Ist es ein Haufen Müll? Nein, es ist Kunst. Oder?

5th Berlin Biennale - Skulpturenpark

Am letzten Wochenende haben wir uns mit großen Erwartungen in die 5. Berlin Biennale gestürzt. Die letzte vor zwei Jahren hat uns wirklich begeistert, deswegen konnten wir es kaum erwarten. Doch heute, drei Tage später, bin ich immer noch erschrochen darüber, wie schlecht es war. Zugegeben, eine Ausstellung war toll, wenn auch nur sehr klein: Pushwagner im Schinkel Pavillion (Ist kostenlos und lohnt sich.), aber der Rest war eine ziemlich große Enttäuschung. Lest weiter, um zu erfahren wieso.

5th Berlin Biennale - Skulpturenpark

Ist es eine gelbe Leiter an einem Zaun? Nein, Dummchen, es ist Kunst!

Die Kunstwerke in der Auguststraße sind mein persönlicher Favorit in Sachen zeitgenössischer Kunst. Besonders toll finde ich die meist riesigen Installationen oder Skulpturen in der großen Halle. Für die Biennale hat man sich für diesen Raum etwas ganz besonders kleveres ausgedacht. Man hat ihn asphaltiert. Das ganze nennt sich Asphalt. Wow. Ich war sprachlos, wie man einen großartigen Raum wie diesen mit einer so dämlichen Idee verschwenden kann. Der Rest der Ausstellung war ähnlich witzlos, außer Pushwagners interessanter und endlos scheinender Comicstrip Softcity. Es gab auch noch eine Reihe von Videoinstallationen, doch das Klima in den Videoräumen war so erdrückend, dass wir uns das nicht angetan haben. Darüber können wir also nicht viel sagen.

5th Berlin Biennale - Skulpturenpark

Ist es ein Treffpunkt für Obdachlose? Nein, es muss wohl Kunst sein.

Unser zweiter Halt war die Neue Nationalgalerie. Auch ein Ort, von dem wir selten enttäuscht werden. Doch den ersten Hänger hatte ich schon, als ich begriff, dass die Ausstellung der Biennale nur oben im Glasbau ist. Es war also ein recht kurzer Durchlauf zwischen einer Reihe von uninspirierenden Stücken. Die längste Aufmerksamkeit hat die große Zaunskulptur mit bunten Plaste-Juwelen am Eingang auf sich gezogen, das jedoch nur, weil sie groß war und geglitzert hat. Wie oberflächlich.

5th Berlin Biennale - Skulpturenpark

Ist es ein Schlammloch? Nein, es ist Kunst. NEIN, es ist ein verdammtes LOCH!

Und es gibt mehr davon. Sieht ganz so aus wie ein aufgeräumtes Mienenfeld.

5th Berlin Biennale - Skulpturenpark

Unser nächster Halt war der Skulpturenpark. Das Wetter war toll und meine Hoffnung funkte etwas auf, denn ich mag riesige Kunstwerke, und was kann man bei so einer handfesten Skulptur schon groß falsch machen. Vieles, wie sich herausstellte. Ich muss dazu sagen, ich verachte Müllkunst. Die bring mich jedesmal auf die Palme. Wenn ich vor einem Haufen Müll in der Ecke stehe und mir jemand versucht, diesen als Kunst zu verkaufen, möchte ich einfach nur die Stadtwerke anrufen und den Krempel entfernen lassen. Demnach war ich ziemlich entsetzt über dieses unschöne Brachland zwischen Neubaublöcken und Bürohäusern, auf dem sich ein paar verbogene Baugerüste, ein Satz schlammige Löcher und mehrere Haufen Geröll befinden, welches den Skulpturenpark darstellen soll. Wie man an den Fotos erkennen kann, ist dies kein Witz von mir.

Ich frage mich ernsthaft, ob die diesjährigen Kuratoren der Biennale die Besucher für dumm verkaufen wollen, oder ob sie schlichtweg blind sind. Schämt euch! Ich kann nur schwer hoffen, dass ein paar der Ausstellungen und Veranstaltungen in der Abendreihe der Biennale, die täglich noch bis Mitte Juni läuft, anständig sind…

Frank by Frank
on April 17th, 2008
in Entertainment, Events, Galerien, Orte

One Response to “Ist es ein Haufen Müll? Nein, es ist Kunst. Oder?”

  1. Setting The Pace : European Culture & Journalism Says:

    [...] the exhibitions on show this years Biennial has been met with some criticism from Berlin bloggers (Iheartberlin.de branded it a ‘a big disappointment’) and the theme regarded as too abstract for some art [...]

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