Im Auge des Hurricanes

Grace Jones by Lawrence Watson

Foto: Lawrence Watson

Ladies and gentlemen: Miss Grace Jones is back! Das androgyne Heiligtum, das durch ihr Spiel mit den Geschlechterrollen und ihrem betont hedonistischen und stets unterkühlten Auftreten zu einem Idol der 70er-Jahre wurde, liefert mit Hurricane endlich ein neues Album ab.

Grace Jones by Lawrence Watson

Jones, die dank ihrer damals spektakulären Auftritte (sie kam fast nackt auf einem Motorrad auf die Bühne) im legendären Studio 54 die Disco-Ära gnadenlos mitprägte, stürmte mit ihren ersten drei Dance-LPs (Portfolio, Fame und Muse) die Charts. Anfang der 80er Jahre nahm sie einen markanten Imagewechsel vor. Dank ihres damaligen Lovers Jean-Paul Goude, der für die Kostüme (Herrenanzüge) und das Image (blaues Make-up) zuständig war, und dem jamaikanischen Produzenten-Team Sly Dunbar und Robbie Shakespeare erreichte Grace Jones mit den Alben Warm Leatherette und Nightclubbing (ein Mix aus New Wave und Reggae) ihren absoluten Höhepunkt. Ihre 1981 erfolgreiche One Man Show (sie trat im Affenkostüm auf) sucht noch heute seinesgleichen. Mit Slave To The Rhythm räumte sie 1985 noch mal kräftig ab und schuf eine noch heute gern gehörte Clubhymne. Jetzt, 60- jährig, aber immer noch genauso schön wie früher, will es der schwarze Panther noch mal wissen. Hurricane klingt zwar ein bisschen, als ob die Platte irgendwann zwischen 1981 und 1986 aufgenommen wurde – aber seien wir mal ehrlich: Nichts anderes hat man wirklich erwartet. Trotzdem sind Songs wie Corporate Cannibal, Williams Blood oder Devil In My Life absolut cool und überhaupt nicht von gestern. Geiles Comeback! Jones to the Rhythm.

Text: Stefan

Grace Jones by Lawrence Watson

Fotos: Lawrence Watson

Frank by Frank
on September 18th, 2008
in Entertainment, Musik
Comments Off

Comments are closed.