Berliner Haute Couture

Die Macher: Interview mit Designer-Duo Scherer González
Wenn ich versuche, meiner italienischen Familie irgendetwas über deutsche Mode zu erklären, muss ich regelmäßig mit gemischten Abscheureaktionen rechnen. Meine Großmutter beginnt Schnarchgeräusche zu imitieren, meine Mutter schaut zu Boden oder hebt die Augenbraue und meine Tante schaut mich an, als wäre mir mein Verstand aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung vollkommen abhanden gekommen. Kann ich Ihnen aber auch nicht verübeln, wenn ich an die lieben Toskana Touristen denke, die immer wieder neue modische Fauxpas aus dem Norden importieren. Dennoch bin ich mir sicher, dass meine Familie mehr als angetan wäre von den Kreationen des Berliner Design-Duos Scherer González. Ihre Couture-Kleider bedienen gekonnt den italienischen Geschmack für Dramatik und sind dabei immer noch ganz poetisch-romantisch deutsch. Wir werden uns am Samstag ihre neue Kollektion ansehen und sind schon sehr gespannt. Außerdem haben sich die beiden Designer trotz all dem Fashion-Week-Stress die Zeit für ein kleines Interview für unsere Reihe Die Macher genommen. Das Interview und mehr Fotos der aktuellen Sommer 2009 Kollektion im Folgendem.


Warum Berlin?
In Deutschland kommt wohl nur Berlin in Frage!
Was sind eure Lieblingsorte in Berlin und warum?
Die Wälder und Parkanlagen sowie die Museums- uns Ausstellungsvielfalt sind für uns die stärksten Seiten von Berlin.


Inwieweit trägt die Stadt zu eurer kreativen Arbeit bei?
Wir leben und arbeiten hier, insofern werden alle Gedanken wohl auch von Berlin beeinflußt, allerdings ist unsere Arbeit nicht wirklich ortsgebunden und könnte auch auf einer Almhütte in der Schweiz entstehen.
Ein paar eurer Entwürfe scheinen aus teils düsteren, teils heiteren Fantasiewelten entsprungen zu sein. Haben eure Entwürfe eine Geschichte?
Wir suchen niemals fieberhaft nach dem Thema der Saison, aber wenn man diese Arbeit mit Leidenschaft ausführt, kommen eben auch die jeweils aktuellen Emotionen zum Tragen – mal glücklich, mal düster, in jedem Fall intensiv!


Foto: Florian Seefried
Was würdet ihr noch gerne gemeinsam mit eurem Label Scherer González erreichen?
Täglich mehr – und für die nächste Show – erste Reihe: Anna Wintour, John Galliano, Donatella Versace und einen Platzhalter in Gedenken an Isabella Blow.


Januar 27th, 2009 at 20:05h
Interessant, das der Typ selbst dann einen H&M-Pulli plus schlichten Binder trägt. Und schade, dass die beiden es offenbar für schick halten, Magersucht zu promoten – das Mädchen auf dem ersten Bild sieht irre dürr aus.
Januar 28th, 2009 at 00:18h
das opulente kleid und die perspektive lässt das model aber wirklich noch dünner erscheinen, als sie wahrscheinlich ist. auf anderen fotos sieht sie nicht ganz so schmal aus.
Januar 29th, 2009 at 16:09h
give her some, please
Februar 7th, 2009 at 11:52h
versteh einer, was gegen etwas Fleisch auf den Rippen & für diese Hunger-Engel spricht …
Februar 7th, 2009 at 16:16h
Ja Hunger- Engel ist ein schönes Wort für das oben zu sehende Model. Die Kommentare zu diesem Bildern haben mich auch dazu bewegt einen Post über Esstörungen auf der Fashion Week zu schreiben. Eine Bloggerkollegin war im Showroom und hatte die Möglichkeiten alle Sachen anzuprobieren. Sie ist Kleidergröße 34. Auch mit hilfe der Showroombesitzerin ist Sie nicht annähernd in das oben gezeigte Kleid gekommen.
Im nachhinein frage ich mich ob wir hätten andere Bilder auswählen sollen. Anderereseits finde ich diese Diskussion sehr spannend und ich hoffe da auf mehr Meinungen.