Musikfernsehen neu erfunden

Tape

Die Macher: Interview mit tape.tv-Gründer Conrad Fritzsch

Dass Musikfernsehen heutzutage von schlechten Reality Shows und nervigen Klingetönen dominiert wird, ist wahrhaft eine Schande. Der non-stop Video-Sender MTV Music, den man nur in diversen Digitalpaketen empfangen kann, ist da nur ein schwacher Trost, denn hier ist man spätestens nach 2 Stunden genervt, weil die selben Videos ständig wiederholt werden. Als ich vor ein paar Monaten über tape.tv gestolpert bin, war das fast wie die Entdeckung des Heiligen Grals. Denn hier wird eine nicht enden wollende Liste an Musikvideos hintereinander abgespielt, darunter nicht nur das übliche Mainstreamgedudel, sondern auch seltene und ungehörte Perlen. Je nach Stimmung kann man auch Videos überspringen, oder die Playlist nach Künstler und Genre beeinflussen.

Wir haben uns mit Conrad Fritzsch, dem Gründer von tape.tv, für unsere Interview Reihe Die Macher über Musik, Fernsehen und Berlin unterhalten. Mehr dazu nach dem Klick.

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Warum Berlin?
Ich bin in Mitte geboren – jetzt machen wir tape.tv in Weißensee – ein Stück ehrliches Berlin.

Was sind deine Lieblingsorte in Berlin?

Am liebsten bin ich bei Goldhahn&Sampson, tape.tv, meinem Sofa, Vai Mo (das ist ein kleiner Italiener im Pberg), im Picknick und im Arm meiner Freundin.

Könntest du dir vorstellen, in einer anderen Stadt als Berlin zu wohnen?

Auf meiner Liste stehen zum Beispiel Shanghai und Tokyo. Und bei allem was mit Metropole aufhört, freue ich mich schon heute darauf auch dort wohnen zu wollen.

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Was zeichnet tape.tv besonders aus im Vergleich zu anderen Video-Portalen?

Wir sind keine Videodatenbank, in der der User alleingelassen vor sich hinsuchen muss, und auch kein Sender, bei dem man dem Diktat eines Chefredakteures ausgeliefert ist. Redaktion spielt eine große Rolle – nur muss man nicht hören, was wir wollen, sondern wir spielen, was der User will. Immer das wonach ihm gerade ist.

Was sind deine Lieblingsvideos, die bei euch auf tape.tv laufen?

Rex the Dog – Bubblicious

The Pharcyde – Drop

La Roux – In for the Kill

Was ist für die Zukunft geplant?

Wir bauen an der zweiten Version von tape.tv – einfacher und noch individueller, ein noch smarteres Produkt. Da haben wir dann auch ein wenig Web 2.0 Chichi zugelassen.

Eigentlich konzentrieren wir uns aber auf die Veränderung des Fernsehkonsums: Fernsehen löst sich vom Fernsehgerät und findet auf anderen Screens statt. Was heißt das? Wie sieht Musikfernsehen auf dem Handy aus und was für ein Produkt muss es sein, wenn es zurück auf den guten alten Fernseher gelangt? Und wie sehen Finanzierungsmodelle aus, die dem veränderten Konsum entsprechen und weder den User nerven, noch den Markenartikler bei Admodellen vor die gleichen Probleme stellt, weswegen er aus dem TV rausgegangen ist…

www.tape.tv

Frank by Frank
on Mai 19th, 2009
in Die Macher, Leute
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