The Accessory Diaries: Elena Ruebel

Ich liebe es, wenn ein Designer alle Fähigkeiten besitzt, um vorgegebene Regeln zu durchbrechen. Elena Ruebel kennt offensichtlich ihr Handwerk. Sie hat Design studiert und arbeitete mit einer Vielzahl von Medien. Die Form und das Konzept hinter ihrem Schmuck zeigt ihr Wissen um die subtile Schwelle zum Ungewöhnlichen. Lest mein Interview mit ihr hier…
Woher kommst du?
Ich bin aus Deutschland, aber in Südfrankreich, nicht weit von Avignon, aufgewachsen. Ich bin mit 19 Jahren für ein Designstudium nach England, erst nach Brighton, dann nach Birmingham, gezogen und dann für sechs Jahre dort geblieben. Zwischendurch habe ich eine kurze Zeit in Deutschland (Hamburg), Kanada und Namibia verbracht. Vor zweieinhalb Jahren bin ich dann nach Berlin gezogen.
Was machst du hier?
Ich genieße es, an meinen recht verschiedenen Schmuck-Projekten zu arbeiten – an kleinen Serien. Einige sind sehr traditionell, in dem Sinne, dass ich mit Hilfe meiner Goldschmiede-Fähigkeiten kostbare Materialien verarbeite, während andere Arbeiten in Bezug auf die Materialien und Techniken eher von experimenteller Natur sind. Für eine Zeit habe ich auch mit Porzellan gearbeitet. Ich mag daran, dass das Material auch mit einem gesetzten Rahmen unvorhersehbar bleibt. Formal betrachtet ist meine Arbeit sehr reduziert. Ich mag kräftige bzw. auffällige, klare Formen, kombiniert mit kleinen Ungleichmäßigkeiten.

Wie finanzierst du dich?
Ich arbeite Halbzeit als Goldschmied. Obwohl der Lohn nicht hoch ist, finde ich es eine gute Möglichkeit weitere Fähigkeiten in der Goldschmiedekunst zu erlernen, die ich für meine eigenen Projekte brauchen kann.
Wo kann man dich finden?
Meine Arbeiten werden in Berlin in der Werkstattgalerie verkauft. Ihr könnt euch auch gerne auf meiner Webseite umsehen: www.elenaruebel.com.

Welchen Reiz hat Berlin?
Ich bin nach Deutschland gekommen, weil es das Land der traditionellen Goldschmiedekunst ist. Diese Fähigkeiten wollte ich ergänzend zu meinem Designstudium erlernen. Ich kannte Berlin nicht, bevor ich hergezogen bin, aber ich dachte, dieser Ort passt ganz gut zu mir. In Berlin gibt es ein gutes Gleichgewicht zwischen Aktivität und Ruhe. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und liebe es, am Wochenende schnell zu einem der Seen flüchten zu können. Auf der anderen Seite gibt es jede Menge zu sehen – viel kulturelle Unterhaltung.
Ist es für dich leichter, dich in Berlin zu finanzieren?
Da gibt es wahrscheinlich Pros und Kontras für jeden Ort. Ich baue mein Gewerbe zum ersten Mal auf, so dass es schwer zu sagen ist. Ich kann die Situation in Berlin mit nichts vergleichen. Nach wie vor ist Berlin verglichen mit Großbritannien zum Beispiel viel günstiger von den Lebenshaltungskosten.

Berlin ist arm oder ‘sexy’?
Ich denke über Berlin nicht in diesem Kontext, aber ich vermute, dass es neben allen Abenteuern auch Pleite ist…
Likes:
Scheunen, Landkarten, Schwimmen, viel Platz, handwerkliche Dinge wie Stricken und Nähen, der Laden Schmuckfrage in der Brunnenstraße, Berlin.
Disklikes:
BVG, abgepacktes Obst und Gemüse, Werbung im Radio, Bürokratie, Motten.
Interview: Millicent Nobis
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Millicent Nobis ist eine ausgebildete Modedesignerin aus Sydney, Australien, die seit einigen Jahren in Berlin lebt und hier ihr Schmucklabel Mies Nobis führt. Ihre Erkunddungstouren der Mode- und Kunstszene Berlins kann man auf ihrem Blog Mies in Berlin verfolgen. Für iHeartBerlin.de hat Milli 6 Accessoire Designer auf allen Herren Ländern über ihr Leben in Berlin befragt.


