Jedes Jahr kommen Millionen von Touristen nach Paris. Und das aus gutem Grund, denn die Stadt an der Seine hat viel Sightseeing zu bieten, wie zum Beispiel den Eiffel-Turm, die Champs-Élysées, Sacré Coeur und das Quartier Latin. Da ich schon mehrere Male in der französischen Hauptstadt war, habe ich es dieses Mal anders gemacht und Paris ganz ohne Sightseeing besucht.

Paris Rue de Birague

Paris Pont des Arts

Place des Vosges

Museum

In Paris befinden sich bekanntlich einige der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt: das Louvre, das Centre Pompidou und das Musée d’Orsay. Die wohl beste Alternative dazu bietet das Palais de Tokyo. Dabei handelt es sich um eine der größten Institutionen für zeitgenössische Kunst in Europa. In dem selbsternannten “Anti-Museum par excellence” herrscht tatsächlich eine vollkommen andere Atmosphäre als beispielsweise im Louvre: Das 2002 eröffnete Palais de Tokyo ist kein altehrwürdiger Kunsttempel, durch dessen Hallen man schweigend, flüsternd und ehrfürchtig voranschreitet, sondern ein lebendiger, energiegeladener Ort, wo Kinder lachend herumlaufen und es viel zu entdecken gibt. Präsentiert werden meist mehrere Ausstellungen zur selben Zeit, weitere Informationen gibt es auf der Website.

Palais de Tokyo, 2012. Photo : Florent Michel

Installation view of Ulla Von Brandenburg, „Death of a King“ (2012), Païpe, Palais de Tokyo (Paris). Courtesy of the artist and Galerie Art : Concept (Paris). Photo: Florent Michel

Vintage shopping

Für viele Touristen gehört das Einkaufen in den kleinen Boutiquen des Marais selbstverständlich zu einer Parisreise dazu. Doch auch in Hinblick auf Vintage-Shopping hat die Stadt viel zu bieten. Einer der größten Second-Hand-Läden ist Episode auf der rue Tiquetonne. Die Auswahl ist groß, die Preise sind günstig. Ebenfalls empfehlenswert ist Kiliwatch auf der rue de la Verrerie, ein Laden, den offenbar vor allem bei Locals beliebt ist. Genau um die Ecke von Kiliwatch befindet sich Hippy Market, ein kleinerer Laden, dessen Auswahl dafür deutlich selektiver ist.

Paris Marais Shop

Paris Marais Boutique

Paris vintage shopping

Paris Vintage

Flohmarkt

Der Marché aux puces zwischen Port de Clignancourt und St. Ouen ist angeblich der größte Flohmarkt der Welt. Er besteht aus einem Teil für Kleidung und einem Teil für Antiqutiäten, den man als eine französische Version des Marktes auf der Straße des 17. Juni in Berlin beschreiben kann. Dort gibt es zwar viel Beeindruckendes zu sehen, aber leider sind die Preise ziemlich hoch.

Paris Marché aux puces

Paris Flohmarkt

Paris Flea market

In Hinblick auf Kleidung unterscheidet sich dieser Flohmarkt sehr von denen in Berlin, denn man findet hier fast keine Privatpersonen, die ihre alten Sachen verkaufen. Stattdessen gibt es Dutzende Stände, wo gefälschte Levi’s für 50 Euro angeboten werden; wer darauf reinfällt, ist selber schuld… Empfehlenswerte Vintage-Läden lassen sich hier jedenfalls an einer Hand abzählen.

Paris St. Ouen

Allerdings gibt es eine Ausnahme: die Boutiquen von Les Merveilles de Babellou, zwei wahre Schatzkammern, wo außergewöhnliche Vintage-Stücke und Accessoires von Luxusmarken wie Yves Saint Laurent, Chanel und Dior verkauft werden – und zwar keine Fälschungen aus China, sondern ausschließlich Originale.

Les Merveilles de Babellou

St. Ouen Vintage

Merveilles de Babellou

Restaurant

Wie jeder weiß, gibt es in Paris eine riesige Auswahl an Restaurants. Aber tatsächlich kann es als Tourist wirklich anstrengend sein, etwas Passendes zu finden, und das nicht nur in Hinblick auf die Preislage. Denn überall lauern Touristenfallen, und dann gibt es da noch dieses leichte Serviceproblem: Kellner, die Touristen anscheinend noch mehr hassen als die in Berlin. All das trifft auf das im Marais gelegene Restaurant Camille (24 Rue des Francs Bourgeois) nicht zu. Dabei handelt es sich um ein typisches Pariser Bistro – alles ist genau so, wie man es in Filmen und auf Fotos hundertmal gesehen hat. Und die ebenso klassische französische Küche im Camille ist auch hervorragend.

Paris Restaurant Camille Marais

Restaurant Camille Marais

Pâtisserie

Neben Ladurée ist Angelina (226 rue de Rivoli) eine der berühmtesten Pâtisserien in Paris. Der Laden wird zwar von Touristen überrannt, ist aber trotzdem empfehlenswert, vor allem, weil das Angelina über eine Tee-Salon im prunkvollen Belle Epoque-Stil verfügt, wo man die Kalorien inhalieren kann.

Angelina Paris

Unterkunft und Bar

Da Paris eine der beliebtesten Tourismusdestinationen der Welt ist, sind die Unterkünfte wie man weiß nicht gerade günstig. In Berlin bekommt man für unter 100 Euro bereits ein sehr gutes Zimmer, das kann man in Paris so gut wie vergessen. Immerhin gibt es das von Stardesigner Philippe Starck gestaltete Mama Shelter, wo das preiswerteste Doppelzimmer für 79 Euro zu haben ist.

Das Hotel verfügt zudem auch über ein Restaurant, das jeden Abend bis oben hin gefüllt nicht, und zwar nicht nur von Touristen, sondern hauptsächlich von Einheimischen.

Photos of Mama Shelter: Francis Amiand

Natürlich gibt es abseits des üblichen Sightseeings in Paris noch viel mehr zu entdecken. Aber vielleicht ist es das Beste, gar nichts zu unternehmen und sich gar nichts anzusehen – sondern einfach nur die Atmosphäre der Stadt auf sich wirken zu lassen.

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Jens
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on April 24th, 2013
updated on Mai 16th, 2013
in Reisen