Illegales Kunstwerk im Berliner U-Bahnhof

Dont Need Heaven Graffiti Berlin U-Bahn-145852

Immer wenn in der Berliner U-Bahn ein cooles Graffiti auftaucht, dass hat das Kunstwerk wahrscheinlich eine relativ kurze Verweildauer. Auch wenn manche Leute bei der BVG Graffitis mittlerweile vielleicht als Kunstform begriffen haben und sie womöglich auch schön oder amüsant finden, so ist es für den Verkehrbetrieb doch nach wie vor noch ein Akt des Vandalismus den es zu beseitigen gilt. Schade eigentlich, denn so viele Menschen werden von so Werken vielleicht zum Nachdenken angeregt, und das ist doch die Grundlage der Kunst, den Geist zu inspirieren.

Ein Werk, über dass es sich tatsächlich lohnt nachzudenken, tauchte gestern Abend in einem U-Bahnhof in Charlottenburg auf. Eine kleine Homage an das berühmte Detail der sich zueinander ausstreckenden Hände aus Michelangelo’s Deckenfresko “Die Erschaffung von Adam” aus der Sixtinischen Kapelle. Doch Adams Hand in diesem Graffiti reckt sich nicht gen Gott, sie gestikuliert vielmehr die Feigenhand, ein Symbol für Glück. Kombiniert mit der Andeutung des Todesjahres 27 von vielen berühmten Künstlern wie Curt Cobain, Amy Winehouse und Jimmy Hendrix scheint sich der Künstler wohl weniger um die Ahndung durch die BVG zu fürchten, sondern eher um den baldigen Tod und die damit bevorstehende Aufnahme in den Klub 27. Na hoffen wir mal, dass ihm das erspart bleibt.


Doch wer ist der Künstler? Meine Vermutung ist das Künstlerkollektiv Rocco und seine Brüder, die auch schon für das versteckte Zimmer im U-Bahntunnel und die Aktion mit den Überwachungskameras im U-Bahnwagon verantwortlichen waren. Sie posteten gestern Abend ein Bild des Graffitis mit dem Wort Amen, die Vermuting liegt also nahe, dass sie auch dieses Werk auf dem Kerbholz haben. Und wo ist das Gute Stück? Auf dem Foto war das nicht wirklich zu erkennen, denn der U-Bahnhof sieht eher unauffällig aus. Doch nach kleiner Recherche über Kachelfarben konnte ich den richtigen Bahnhof ausmachen und hab das Graffiti einen Tag später auch noch auffinden können. Hat jemand eine Idee, wo das ganze sein könnte? Ich bin mal gespannt, ob jemand den unscheinbaren Bahnhof erkennt. Lasst es mich wissen in den Kommentaren…

Frank by Frank
on Januar 4th, 2017
updated on Januar 4th, 2017
in Kunst
6 Comments »

6 Responses to “Illegales Kunstwerk im Berliner U-Bahnhof”

  1. Sebastian Says:

    Güntzelstraße – it’s a U9 train to Osloer in the picture.

  2. Maria V Says:

    Don’t know if the fig hand gesture is for good luck in Germany, but among Russians (and probably all soviets), it is equivalent to the middle finger and basically telling Adam’s hand to piss off :)
    Maybe it’s a more realistic interpretation for this mural..

  3. Momo Says:

    Why so secretive dear Frank?
    I have no inkling where this is, but as a graffiti lover who knows that these works of art do not last for long unfortunately (apart from the one in Eisenacher Straße / U7 which seems to have been granted special permission from the BVG as it’s been there for nearly a year now), I would definitely swing by there if I knew where!

  4. Frank Frank Says:

    the answer is already there, see above ;)

  5. Ilay Says:

    Well also in Turkish culture, this gesture means the same thing with the middle finger. So basically Adam should be telling the god to f.ck off. And it supports the words as well: no dreams of heaven, just to have a remarkable and free life, like all the 27 club did.

  6. Nadine Says:

    It’s gone :(

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