Eine brennende Laterne in Kreuzberg. Still und ungewöhnlich einsam flackert sie so vor sich hin. Direkt am Dreiländereck. Man denkt kurz an Vandalismus, aber dafür ist das Feuer viel zu zahm und das Video viel zu ruhig. Dennoch weiß man nicht genau, was es einem sagen soll. Diese brennende Laterne in Kreuzberg, so gefilmt, dass man weder weiß ob Tag ist oder Nacht ist.

Dieses Szenario ist sehr typisch, will man schon fast meinen, für die Video-Kunst von Johannes Vogl. Mit einfachen Alltagsgegenständen und öfter mit thermodynamischer Manipulation (schlaue Wörter für Feuer) baut er Skulpturen. Installationen, die nur durch flackernde Filme festgehalten werden. Bisher auch kaum beachtet von der Öffentlichkeit, bis nicht vor kurzem Nowness eines davon entdeckte.

Mein Lieblingsvideo ist aber tatsächliche die brennende Laterne in Kreuzberg. Weil sie eben fast eine meditative Ausstrahlung auf mich hat. Überzeugt euch selbst.

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