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Heute möchten wir euch mit einer interessanten neuen Ausstellung inspireren, die derzeit im DRIVE. Volkswagen Group Forum in Berlin-Mitte zu sehen ist. Die von der aff Galerie aus Berlin kuratierte Ausstellung präsentiert die Arbeiten der drei Fotokünstler Arno Schidlowski, Jens Sundheim und Kathrin Tschirner mit den Themen Fernweh und Romantik.

Das Thema Romantik hat für mich eine ganz besondere Bedeutung, denn einer der Hauptkünstler dieser Zeit, Caspar David Friedrich, stammt aus der gleichen Stadt wie ich, Greifswald, und einige seiner Hauptwerke sind von Orten nahe meiner Heimat inspiriert. In meiner Kindheit war ich oft auf der nahegelegenen Insel Rügen, wo Friedrich die ikonischen Kreidefelsen malte – ein Naturdenkmal, das heute mehr und mehr durch natürliche Erosion verschwindet.

Arno Schidlowski, „Jasmund“

Arno Schidlowski, „Jasmund“

Durch die Reisefotografie auf Instagram ist mir das Hauptmotiv der Romantik wieder in den Sinn gekommen. Mit so vielen Instagram-Fotografen, die Bilder von Menschen von hinten posten, wie sie eine atemberaubende Landschaft beobachten, begann ich eine Parallele zu Friedrichs ikonischem Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ zu sehen. Dieses Motiv wurde zu einer zeitgenössischen Ikone für Fernweh und Reisen.

Die drei Fotokünstler, die Teil der #fernweh Ausstellung sind, haben alle das gleiche Thema in ihren Arbeiten untersucht, aber mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen.

Arno Schidlowski besuchte tatsächlich einige der Sehenswürdigkeiten von Caspar David Friedrichs berühmtesten Gemälden für seine Serie „Jasmund“. Aber das Versprechen der Romantik von einer Verbindung von Mensch und Natur konnte er nicht finden. Was er stattdessen auf seinen Fotos festgehalten hat, ist eine Schönheit, die sich distanziert und unerreichbar anfühlt.

Jens Sundheim, Strandpromenad, Hide, Sweden, 2015

Jens Sundheim, Wadden Sea, Juist, Germany, 2007

Das Motiv des einsamen Wanderers taucht auch in den Arbeiten von Jens Sundheim auf. Er zeigt seinen Reisenden als urbanen Nomaden in einer globalisierten und digitalisierten Welt durch den Fokus von Webcams. 17 Jahre lang reiste er von einer öffentlich zugänglichen Webcam zur nächsten und hinterfragte dabei die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum und fand den Beweis, dass ein Rückzug in die Natur nicht mehr möglich ist, ohne einen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen.

Der symbolische Wanderer von Kathrin Tschirners Arbeit scheint zwischen Fernweh und Heimweh gefangen zu sein. Er ist auf einer Reise durch eine urbane Landschaft, in der sich die Natur langsam aufzulösen scheint, aber die Sehnsucht nach einer Vereinigung bleibt und lässt ihn in Nostalgie und Realität schweben.

Kathrin Tschirner, Limboville, Barcelona

Kathrin Tschirner, Limboville, Istanbul

Die Ausstellung #fernweh mit den Arbeiten von Arno Schidlowski, Jens Sundheim und Kathrin Tschirner, kuratiert von der aff Galerie Berlin, ist im DRIVE. Volkswagen Group Forum in der Friedrichstraße 84 in Berlin-Mitte bis zum 14. Oktober 2018 zu sehen und täglich von 10-20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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