An die Wunderbaren Paradiesvögel Berlins

Ein jeder Paradiesvogel kennt das Gefühl: Das Gefühl, wenn sich die grauen Tauben um einen scharren, laut gurrend lachen und tatsächlich meinen besser zu sein, weil es viele von ihnen gibt. Viel grau gegen wenig bunt. Verständnislos, dass es Eure Farbenpracht ist, die Euch zu den Gewinnern und sie selbst zu den Verlierern macht. Haben sich selbst verloren, in der Gier zu gefallen. So gefällt ein jeder dem anderen, doch kaum einer sich selbst. Das eigene Gesicht verloren im Spiegelkabinett der Eitelkeiten. Denn gleicht einer dem anderen, fällt es schwer zu wissen, wer man ist.

Es ist eine verdrehte Welt, in welcher der langweilige Pöbel sich für stark, und der ausgefallene Stern sich für vermeintlich schwach hält. Was müssen wir Menschen für ein lachhaftes Bild abgeben. War es wohl schon immer eine verdrehte Welt. Die Masse fühlt sich im Recht. Kann es doch nicht anders sein, als dass die Meinung vieler die richtige ist. Doch die Geschichte zeichnet ein anderes Bild.

Berlin fängt Euch auf. Berlin betrachtet wachsam, wie ein Paradiesvogel nach dem anderen zur Landung ansetzt. Kann unterscheiden zwischen gewöhnlich und besonders. Hier ist man nicht stolz der Durchschnitt zu sein.

Fliegt, hebt ab, dreht durch und Euch nicht im Kreis.

Feiert das Bunte und nicht das Farblose. Gegen den Strom zu schwimmen ist anstrengend dabei weiß heute jedes Kind, dass nur die toten Fische mit dem Strom schwimmen. Lasst Euch nicht in die Irre führen. Es ist gut zu wissen, dass man anders ist. Ein Kompliment. Warum so sein wollen wie die anderen? Ist die Durchschnittlichkeit wahrhaftig das Ziel? Ist der Durchschnitt wirklich so bewundernswert? Doch eher nicht. Trampeln dieselben Pfade wie ihre Eltern ab und sind blind für die unerforschten Wege, die das Leben zu bieten hat. Geht den Weg, den noch niemand gewagt hat zu betreten.

Steht auf für jedes Kind, das in diesem Moment Opfer der grauen Tauben wird. Macht Mut und geht voran mit einer Fahne aus Blumen. Lasst den inneren Feuersturm nicht erkalten durch die eisigen Blicke des Mobs. Strahlt dagegen mit Wärme und Individualismus. Du bist Du und ich bin ich. Es kann nicht sein, dass Du ich und ich Du sein will. So gehen wir verloren und verlorene Menschen tun sich schwer von den Richtigen gefunden zu werden. Am Ende wirst Du von den Falschen gefunden, weil sie Dich für einen anderen halten. Und die Richtigen fragen sich, wieso sie bloß niemanden finden können, der genauso ist wie Du…

Text: Marie F. Trankovits, Fotos: iHeartBerlin

Marie F. Trankovits, 31 – quer durch die Welt gezogen bis Sie sich vor 6 Jahren in Berlin verliebt hat. Sie arbeitet momentan an Ihrer Schreibkarriere.

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on Juli 27th, 2018
updated on Juli 27th, 2018
in Leute, Stories
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