The Bookshop

Alljährlich werden die Wochen vor der Berlinale zum Stresstest. Wie gut kenne ich mich aus im Wirrwarr der Namen von Regisseuren und Regisseurinnen? Wie gut bekomme ich meinen Terminkalender organisiert? Schaffe ich es nicht erst an Tag vier zu merken, dass an Tag eins des Filmfestivals ein Film mit meinem Lieblingsschauspieler lief?

Auch in diesem Jahr macht das Kopfkino keine Pause. Dank Internetrecherche, Presseinfos und stundenlangem Wühlen im Programmheft bin ich aber zuversichtlich einen ganz guten Plan geschmiedet zu haben. Meine 10 Highlights der diesjährigen Berlinale, teile ich ohne Gewähr auf Vollständigkeit und mit dem Hinweis, dass jeder Film ein persönliches Highlight sein kann.

  1. Isle of Dogs – Wes Anderson (Wettbewerb)
    Erst am 10. Mai kommt der Stop Motion Film, über eine Truppe Alpha-Hunde im Exil in die deutschen Kinos. Schlangestehen für ein Ticket lohnt für Fans des Kultregisseur Anderson also.
  2. 3 Tage in Quiberón – Emily Atef (Wettbewerb)
    3 Tage besuchten der Fotograf Robert Lebeck und sein Kollege Michael Jürgs Romy Schneider in einem bretonischen Kurort. Die berühmte Schauspielerin zeigte sich vor Lebecks Kamera verletzlich und ganz natürlich und auch in den Interviews öffnete sie sich bis zur Schmerzgrenze. Die Originaldokumente der Tage dienten als Grundlage des schwarz-weiß Films, der viel verspricht.
  1. 11 x 17 – James Benning (Forum)
    Ich mag James Bennings ruhige Filmexperimente, sie saugen mich auf und haben eine meditative Wirkung. Dieser erste Langfilm Bennings erschien bereits 1977 und kommt nun in restaurierter Form endlich wieder auf die Leinwand. Richtig für Cineasten. Eher falsch für alle die klare Narrative erwarten.
  1. Chef Flynn – Cameron Yates (Kulinarisches Kino)
    „Justin Bieber of Food“ wird der ehute 19jährige Flynn McGarry genannt. Der Starkoch eröffnete gerade sein erstes Restaurant in New York und stellt für Chef Flynn persönliches Archivmaterial aus 18 Jahren bereit. Ein Film, der tiefe Einblicke in die Dynamik der Familie des kulinarischen Wunderkindes erlaubt.
    Im Anschluss an den Film kocht Flynn höchstpersönlich für jene, die Tickets ergattern können.
  1. Sweet Secrets: Sex in Film (Berlinale Talents)
    Ich habe meine Diplomarbeit über Sex im Film geschrieben. Und das Thema schafft es weiterhin meine Aufmerksamkeit zu erregen. Die Diskussionen in der Sektion Berlinale Talents sind manchmal anregend, manchmal langweilig. Diese klingt vielversprechend!
  1. Ein Werk in Bewegung – Die Restaurierungsarbeiten der Wim Wenders Stiftung (Berlinale Classics Event)
    Wim Wenders höchstpersönlich wird über die Restaurierungsarbeiten an seinem Film Himmel über Berlin berichten. Wer die Materialität von Filmen schätzt sollte sich dies nicht entgehen lassen.
  1. L’Animale – Katharina Mueckstein (Panorama Special)
    Mit Regisseurin Kathatina Mueckstein habe ich anno 2010 einmal gearbeitet und ihren letzten Film Talea, fand ich großartig. Nun kommt das neue Werk der ehemaligen Michael Haneke Studentin auf die Leinwand. Darin wird die Abiturientin Mati bei dem Abschied ihres kleinstädtischen Kosmos begleitet. Fragen nach Freundschaft, Liebe und Zukunft spielen dabei eine zentrale Rolle.
  1. Yardie – Idris Elba (Panorama Special)
    Bekannt wurde Idris Elba als Drogenboss Stringer Bell in der Kultserie „The Wire“. Mit seinem seinem Regiedebüt kehrt der Schauspieler in die Welt der Drogen zurück: Die Adaption des erfolgreihen Romans von Victor Headley taucht in die Welt der jamaikanischen Immigranten im London der 80er Jahre ein und begleitet D, der als Drogenkurier arbeitet und auf die Rache am Mörder seines Bruders sinnt.
  1. In den Gängen – Thomas Stuber (Wettbewerb)
    Spätestens seit Schauspielerin Sandra Hüller als ambitionierte Unternehmensberaterin in Maren Ades großartigem Film Toni Erdmann brillierte, bin ich ihr großer Fan. In Thomas Stubers Wettbewerbsbeitrag spielt sie eine Supermarktangestellte die ihrem Kollegen den Kopf verdreht. Ich bin gespannt …
  1. The Bookshop – Isabel Coixet (Berlinale Special)
    Isabel Coixet gehört seit Jahren zur ersten Riege der Regisseurinnen. The Bookshop sahnte bereits den spanischen Filmpreis Goya für die beste Regie, bestes Drehbuch und bester Film ab. Dieser zeigt den Kampf der jungen Witwe Florence (Emily Mortimer), die mit ihrem Buchladen gegen eine verkrustete Gesellschaft rebelliert.

Das komplette Programm und Tickets gibt es auf der Berlinale Webseite.

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