Hecate House: Ein Immersives Theaterstück im Delphi Stummfilmtheater

Hecate House: Ein Immersives Theaterstück im Delphi Stummfilmtheater

Fotos: Vismante Ruzgaite. 

Wie ihr wisst, lieben wir interdisziplinäre Projekte, bei denen verschiedene Genres miteinander verschmelzen, besonders wenn dies an einzigartigen Orten in Berlin geschieht. Eine gute Gelegenheit, so etwas zu erleben, findet dieses Wochenende für 3 Nächte im wunderschönen Delphi statt. Dieser Ort hat eine einzigartige Geschichte, da es sich um ein Stummfilmtheater handelt, das in den 1920er Jahren eröffnet wurde und eigentlich das letzte seiner Art war, das jemals gebaut wurde.

Mit Hecate House, einer neuen, unabhängigen, genre-übergreifenden Theaterproduktion von Christopher Adams-Cohen unter der Regie von James Darrah, verwandelt sich das alte Stummfilmtheater in eine experimentelle Erfahrung, die alle eure Sinne anregt. Umrahmt von einer Geschichte über einen Geschwisterpaar, das im Schwarzwald in einen Sturm geraten und in einem verlassenen Jagdschloss Zuflucht sucht, in dem ein mysteriöses Paar Zwillingsschwestern lebt, wird das Publikum eingeladen, sich in eine interaktive audiovisuelles Landschaft zu begeben, welches des Performer-Zuschauer-Erlebnis völlig auflöst. Während des Stücks könnt ihr außerdem Live-Improvisationen mit elektronischer Musik von Farah Hazim und Wissam Sader, sowie von Andrea Galad choreografierte Tanzaufführungen genießen.

Um euch einen kleinen Vorgeschmack zu geben, haben wir bei der ersten Kostümprobe ein paar Fotos für euch gemacht. Das Hecate House wird heute Abend im Delphi seine Premiere feiern. Samstags und sonntags gibt es weitere Vorstellungen.

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Der Palast – Eine verrückte Tanzshow über Gentrifizierung

Der Palast – Eine verrückte Tanzshow über Gentrifizierung

Stell dir du müsstest für deine neue Wohnung bei deinem Vermieter vortanzen? Du würdest in einem wilden Tanzwettbewerb auftreten mit anderen mehr oder weniger begabten Performern um deinen Platz in der überteuerten 1-Zimmer-Wohnung in Wedding zu sichern. Klingt absurd? Genau das ist das Konzept des neuen Gentrifizierungs-Spektakels von Costanza Macras: „Der Palast“.

Mit ihrem Dorky-Park Ensemble, was durch ein paar spannende neue Performer aufgefrischt wurde, ist sie in die Volksbühne eingezogen und hat eine abwechslungsreiche und auf ihre Art und Weise tragisch-unterhaltsame Show auf die Beine gestellt. Wir waren dabei und haben ein paar Eindrücke eingefangen. Mehr über die Inszenierung könnt ihr im englischen Teil des Artikels nachlesen.

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Ein Techno-Ballett: Half Life von Sharon Eyal und Gai Behar

Ein Techno-Ballett: Half Life von Sharon Eyal und Gai Behar

Das zeitgenössische Tanzstück „Half Life“ von Sharon Eyal und Gai Behar, das vom Staatsballett Berlin aufgeführt wird, entführt den Betrachter in eine abstrakte Welt, in der Intensität jede Geste und jede Entscheidung prägt.

Ein treibender elektronischer Beat lässt die halbnackten Körper der Tänzer fast trancehaft pulsieren. Das ganze Ensemble bewegt sich im Gleichklang, als wäre es ein Organismus – völlig eins mit der Musik. Der Schweiß auf ihrer Haut lässt jeden Muskel im blassen Licht vor dem schwarzen Hintergrund glitzern. Auch wenn die Choreografie stark auf Wiederholung basiert, baut sich eine Menge Spannung auf und die Erleichterung, die der Zuschauer erlebt, wenn eine Bewegung aus der Formation ausbricht, fühlt sich wie dieser köstlichen „Beat Drop“-Moment während einer verschwitzten Techno-Club-Nacht an.

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Sasha Waltz: Rauschen – Die Maschine Kann Dich Tanzen Hören

Sasha Waltz: Rauschen – Die Maschine Kann Dich Tanzen Hören

Fotos: Olga Khristolyubova

Werden wir Menschen noch gebraucht, wenn die Maschinen die Macht übernommen haben? Oder verbringen wir unser Dasein in einer Warteschleife an Entspannungsprogrammen, mit denen uns die Computer beruhigen. Ein traumloser Schlaf, weggedröhnt aber nicht abwesend. 

Rauschen heißt die neuste Premiere von Sasha Waltz an der Volksbühne Berlin. Darin zeichnet Waltz ein dystopisches Bild einer Zukunft mit Maschinen. Sie spiegelt in ihrem Werk eine fragmentierte toxische Gesellschaft wieder, die nicht weiß wohin mit sich. Ein Ensemble was gemeinsam einsam tanzt. Und alle schauen hin. Ob sie wollen oder nicht. Denn Sasha Waltz schafft es mit wenig Mitteln eine dichte Atmosphäre und starke Bilder zu evozieren. 

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FanFic-Festival – Die queere, kuriose und ehrliche Kraft von Fan-Fiction

FanFic-Festival – Die queere, kuriose und ehrliche Kraft von Fan-Fiction

Collage: house of killing

Eine schwule Version von Harry Potter? Eine Abwandlung von Black Panther, wo der Bösewicht nicht stirbt und stattdessen weiterregiert? Oder eine Akte-X Folge, wo Agent Scully aus versehen Agent Mulder erschiesst? All dies ist möglich mit der einen Fantasy und mit der Macht von Fan-Fiction.

Anfangs als reines Netzphänomen, wo sich eine Community an Fans zusammenschliessen um kreatives Material zu erschaffen, kann Fanfiction mittlerweile als eines der umfassendsten partizipativen Schreibprojekte der Gegenwart verstanden werden. Das spannende an dieser unkonventionellen Kunstform: Sie ist anti-kapitalistisch und oftmals queer-feministisch. Weil hier kommen kreative Köpfe zusammen die sich nicht vom Mainstream vorschreiben wollen, wie eine Geschichte zu enden hat. Sie schreiben ihre eigene Version ihrer Geschichte und sind so Teil der Gegenwarstkultur.

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Cocktails in der Oper – Eine Kinonacht mit der Staatsoper Berlin

Cocktails in der Oper – Eine Kinonacht mit der Staatsoper Berlin

Anzeige. 

Wie schmeckt die Apokalypse? Und was würde man wirklich gerne trinken am letzten Abend bevor die Welt untergeht? Ein Kelch Champagner? Oder eher ein erlesener Cocktail mit einer zarten Wildblume, die zwischen den Eiswürfeln schwimmt?

Bei unserem Event mit der Staatsoper Berlin: Cocktail & Movies wo wir den Kult-Fim Solaris gezeigt haben,  sind wir diesen Fragen auf kreativer Art und Weise nachgegangen. Mit der Expertise vom Barkeeper-Team von Russian Standard haben wir anlässlich der neusten Oper Violetter Schnee einen passenden Cocktail entwickelt: Violet Snow. Mehr Eindrücke und Gedanken zu diesem unvergesslichen Abend findet ihr im englischen Teil des Artikels.

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10 Tipps wie ihr den Winter Blues in Berlin los werdet

10 Tipps wie ihr den Winter Blues in Berlin los werdet

Die schöne Weihnachtsatmosphäre, mit all ihren Lichtern und Liedern, hat sich nun von uns verabschiedet und selbst die festliche Silvesterstimmung, mit all ihrem Glitzer und Sektexzessen ist abgeklungen. Alles was uns jetzt bleibt, ist das neue Jahr, ein Haufen ambitionierte Vorsätze und ein ziemlich düsterer Januar. Nach dem vierten Abend Netflix und Couch fiel mir letztlich die Decke auf den Kopf und ich begann mir Gedanken zu machen, was man alles schönes winterliches in Berlin machen könnte, um den Januar Blues zu vertreiben.

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Do the Right Thing: Ein vom Bauhaus inspiriertes Theaterstück

Do the Right Thing: Ein vom Bauhaus inspiriertes Theaterstück

Als ich las, dass das neue Theaterstück Do the Right Thing von Ariel Efraim Ashbel stark vom Bauhaus inspiriert war, wurde ich sofort neugierig! Ich stellte mir bereits die Reinkarnation von Oskar Schlemmers ikonischem Triadienballet vor. Und in der Tat findet man viele Referenzen in dem Stück: Kostüme, die mehr Objekte denn Kleidungsstücke sind, klare geometrische Formen, kräftige Primärfarben und das Gittermuster auf dem Boden. Genau wie Schlemmer stellt Ashbel die Normen des Theaters in Frage. Sein Stück ist so abstrakt und verwischt die Grenzen zwischen Darstellern, Objekten, Lichtern und der Bühne – alles scheint im gesamten Bild das gleiche Gewicht zu haben. Während man sich das Stück ansieht, kann man entweder die fast rituellen Bewegungsfolgen im von Farbverläufen gefüllten Raum genießen, oder versuchen, die eingebetteten Details der abstrahierten Nachricht des Titels zu entschlüsseln, die überall im Stück verstreut vorkommen. Auf jeden Fall wird man von eindrucksvoller Bildsprache und einem noch fesselnderen Live-Soundtrack von Hacklander \ Hatam.

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Gewinnt Tickets: Der Fall des Hauses Usher an der Staatsoper Berlin

Gewinnt Tickets: Der Fall des Hauses Usher an der Staatsoper Berlin

Foto: Martin Argyroglo

Diesen Oktober werden sich die Melodien des legendären französischen Komponisten Claude Debussy mit den Zeilen des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe an der Berliner Staatsoper vermischen.

Usher ist ein ungewöhnliche und überaus sehenswerte Kammeroper inspiriert von Poes Kurzgeschichte „Der Untergang des Hauses Usher“, die Debussy sehr faszinierte. Der Komponist schaffte es jedoch nie, die Oper zu vollenden. Der belgische Komponistin Annelies Van Parys, die sich ihren Ruf als eine der innovativsten zeitgenössischen Komponisten erworben hat, gelang es, Debussys unfertiges Material bei diesem Projekt zu erhalten und daraus eine faszinierende komplette Oper zu entwickeln.

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Eine Tupperdose voll mit Bollywood – Chatsworth von Constanza Macras

Eine Tupperdose voll mit Bollywood – Chatsworth von Constanza Macras

Apartheid hat in Südafrika viele Bevölkerungsgruppe Diskriminierungen ausgesetzt. So mussten alle indisch-stämmigen in für sie vorgesehen Stadtviertel ziehen. Das bekannteste heißt Chatsworth und befindet sich in Durban.

Dieses Viertel und dessen ungewönliche Geschichte ist der inhatliche Rahmen für das neueste Stücks von Constanza Macras. Indischer Tanz und Theater vermischen sich mit zeitgenössischen Formen und Inhalten.  Mit viel Humor und Bollywood-Slapstick taucht Macras ein in ein Universum der Assimilation, Transformation und Widerstandsfähigkeit. Denn egal wie sehr man die indische Community ausgrenzen und klein halten wollte, sie ist immer noch da und schafft es ihre Identität mit Leib und Haaren zu feiern.

Nach der gestrigen Premiere gibt es diesen Sommer nur noch eine Show, und zwar heute um 17 Uhr im HAU1 als Teil des Tanz Im August Festival, dann erst wieder vom 7. bis 10. Dezember 2018. Mehr Bilder nach dem Klick.

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