Theater

Oráculo: Eine Spirituelle Reise

Oráculo: Eine Spirituelle Reise

Die Herangehensweise ans Theater von Gal und Matan von The progressive wave ist eine ganz eigene und andere als die, die man auf den Bühnen der freien Berliner Theaterszene gewohnt ist. Es ist manchmal schwer es zu definieren, weil jedes ihrer Stücke verschiedene Disziplinen integriert. Ihre letzte Produktion Lights & Vessels zum Beispiel, die der erste Teil einer Theatertrilogie namens Science of Signs war, präsentierte sich als Vortrag über Philosophie, Alchemie und Kabbala. Es gab Elemente des zeitgenössischen Tanzes, aber im Großen und Ganzen funktionierte es nach seiner eigenen Definition.

Der zweite Teil der Trilogie heißt Oráculo und wird heute Abend im Ballhaus Ost mit Zugaben am Samstag und Sonntag uraufgeführt. Diesmal stehen die Themen Spiritualität und Religion im Zentrum des Stückes, aber aus einem ganz anderen Blickwinkel. Eingebettet in ein wunderschön durchdachtes Bühnenbild, das sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert und anpasst, sehen wir verschiedene Rituale und performative Interpretationen religiöser Bilder. Es ist eine sehr beruhigende und hypnotische Erfahrung, dieses Stück zu sehen, besonders das schamanische Ritual zieht einen in seinen Bann. Es gibt auch eine Menge innovativer und experimenteller Elemente, die Techniken des Handwerks und der Kunst einbringen, die wirklich faszinierend anzusehen sind. Ich empfehle euch, dieses Wochenende Tickets für eine der drei Shows von Oráculo zu reservieren! Einige Eindrücke von dem Stück unten.

Frank by
on Januar 26th, 2018
in Theater

Freiheit ist ein roher Tanz: Come as you are!

Foto: Anna Agliardi

Manche Geschichten sind wie ein Märchen aus Tausendundeiner Berliner Nacht. Drei syrische Tänzer und ein israelischer Choreograf finden zueinander und entwickeln gemeinsam ein zeitgenössisches Tanz-Theaterstück über deren Lebensweg. Tanz als gemeinsames Ausdrucksmittel. Als Sprache der Freiheit. Hart erkämpfte Freiheit in einer Welt aus Krieg und Terror. Wozu braucht man dann noch Kunst und Theater? Um nicht zu vergessen, dass wir Menschen sind, glaube ich. Die Spieldaten und mehr Bilder von der fantastischen Anna Agliardi im Folgendem.

Claudio by
on Dezember 5th, 2017
in Theater

Tanz im Neonwald – Memory of Dislocation

Tanz im Neonwald – Memory of Dislocation

„Mein Körper ist mein Werkzeug, um gesellschaftliche Grenzen zu überschreiten. Und er ist das Gedächtnis der Grenzen und der Grenzübertritte.“

Ein junger Mann reist durch Raum und Zeit und nimmt uns mit. Uns – wir sind die Zuschauer eines kleinen Theaters- die, die gewohnt sind, nichts zu tun. Doch wir müssen unsere passive Haltung verlassen und mit Jair Luna in seiner Perfomance im Ballhaus Naunynstraße eine Reise antreten. Vom Berliner Nachtclub zurück in die Kindheitserinnerungen in Kolumbien. Und immer wieder vorbei an den Neonlichtern einer Großstadt die strahlend verspricht, und vielleicht die Menschen, die sie beherbergt, enttäuscht.

Memory of Dislocation- Exactly the same is the opposite direction von Jair Luna ist ein sehenswertes bildgewaltiges Spiel mit der eigenen Biographie.

Claudio by
on November 17th, 2017
in Kunst, Theater

Mehr als nur eine Oper über Gandhi: Satyagraha by Philip Glass

Von der Vielfalt der Berliner Bühnenlandschaft, kann man gerne mal überfordert sein. Daher folgt nun ein einzigartiger Bühnen-Tipp, wo es wirklich lohnt sich ins kalte Novemberwetter zu wagen.

An der Komischen Oper feierte vor kurzem Satyagraha von Philip Glass Premiere. Uraufgeführt in den 80ern handelt dieses Stück von der Jugend von Mahatma Gandhi, eine der kontroversesten Persönlichkeiten des 20ten Jahrhundert. Einerseits Fürsprecher für Frieden und Koloniale Unabhängigkeit, andererseits Frauenverachter und Rassist ist Gandhi keine Person die man unter heutigen Gesichtspunkten als Held feiern würde.

Dennoch bin ich gespannt auf die Inszenierung die viel verspricht: Ideentheater, Anti-Oper, crossmediales Geschichtskunstwerk, politisches Statement und auch der Versuch, spirituelle Innerlichkeit und moderne Aufklärung im künstlerischen Ritus zu vereinen. Das Publikum und die Kritiker sind überzeugt, da die Oper dieses Jahr komplett ausverkauft ist. Zwei unserer Leser bekommen jedoch trotzdem die Chance. Unter allen Kommentatoren verlosen wir 1×2 Tickets für den 5.11.2017.

Claudio by
on November 1st, 2017
in Theater

Stadtaufbruch: RADIKAL Zeitgenössischer Tanz aus Brüssel

Fotos: Laetitia Bica

Was macht eine Stadt zu einem radikalen Ort? Sind es innere Konflikte? Kulturelle Spaltungen? Oder eher eine durchdringende, disruptive Energie, die durch die Straßenzüge zieht? Ich war bisher noch nie in Brüssel und doch hab ich viel Widersprüchliches von dieser Stadt gehört, die so einzigartig im Kosmos der europäischen Städte ist. Einerseits Zentrum der Europäischen Union, voll mit schlauen, jungen, ambitionierten Menschen, die wirklich was bewegen wollen. Anderseits auch Ort der Lobbyarbeit und korrupten Politikern. Aber genau dieses Spannungsverhältnis macht die Stadt so einzigartig für die perfomativen Künste, wie auch den zeitgenössischen Tanz.

In diesem Sinne sind wir sehr gespannt auf das kommende RADIKAL Festival im Radialsystem V. 20 Tänzer und Choreographen kommen unter der Schirmherrschaft von Sasha Waltz hier zusammen und schaffen eine einzigartige Reihe an ungewöhnlicher Tanzkunst an einen Ort. Kommenden Freitag und Samstag darf man also tief eintauchen in die Radikalität von Brüssels Tanzkunst. Wir sind dabei, und damit der eine oder andere auch vorbeischaut, verlosen wir 1×2 Tickets für das Stück Radical Light.

Claudio by
on Oktober 27th, 2017
in Theater

Fleshless Beast: Töte tanzend deine Dämonen

Fleshless Beast: Töte tanzend deine Dämonen

Kann Tanz auch Kompensation eines Traumas sein? Und für wen ist es überhaupt wirklich therapeutisch? Für den Zuschauer oder den Tänzer? Bei Roderick Georges neuem Stück Fleshless Beast ist man nicht ganz sicher, für wen die Aufarbeitung gewisser Erlebnisse am Ende dargestellt wird. In einer Mischung aus zeitgenössischen Tanzstilen werden Themen wie fremd sein, schwarz sein, schwul sein behandelt. Bis auf dem Monolog von Lotic bleibt alles auf einer abstrakt-visuellen Ebene. Wunderschön und oft schmerzhaft zugleich. Lohnenswert wenn man eine ungewöhnliche Mischung aus Urban Dance und Trap erleben möchte.

Claudio by
on Oktober 26th, 2017
in Theater

Highness: Die Frau als Königin in den Sophiensaelen

Foto: Anna Agliardi

Frau zu sein, bedeutet eine Rolle zu spielen. Die Hure, die Mutter, die Hexe, die Königin. Was wäre aber, wenn Frauen aufhören würden die Rollen zu spielen, die ihnen Männer aufdrücken und selbst mal die Welt in die Hand nehmen würden.

Die Performerin Melanie Jame Wolf bedient sich sowohl aus Popkultur als auch aus klassischen Perfomance-Kunst Elementen bei ihrem neuen Stück Highness. Welche Tricks sollte frau beherrschen, um an der Macht zu bleiben? Wie erscheint sie wie geboren für dieses Amt? Es absolut zu verdienen und dabei nie zu vergessen, was es heißt zu dienen? Das sind nur ein paar der Fragen, die in diesem sehenswerten Stück aufgeworfen werden. Die Spieldaten und mehr Fotos von Anna Agliardi nach dem Klick.

Claudio by
on Oktober 25th, 2017
in Theater

Im Bett mit einem Bären – Die Pension

Was haben John Irving, schwule Männer und Berlin gemeinsam? Ganz genau! Die Faszination für Bären. Kein anderer Autor der zeitgenössischen Literatur liebt es so dem Bärentier eine tragende Rolle in seinen absurden Büchern zu verleihen. Wer bisehr noch nie auf den Geschmack von Irvings Geschichten gekommen ist, hat nun die Gelegenheit sie sich Live erzählen zu lassen.

Bei dem Stück Die Pension wird eine Kurzgeschichte von Irving überarbeitet auf die Bühne des Ballhaus Ost gebracht. Anders als bei einer klassischen Inszenierungen wird bei dem Künstlerkollektiv aus Lisa Buchholz, Robert Kraatz und Konstantin Buchholz eine neue Herangehensweise an die Theaterperformance gesucht. Eine wilde Mischung aus Cabaret, Bühnenshow, Bartristesse und Berlin erwartet euch heute bei der heutigen letzten Vorstellung. Den Trailer gibt es nach dem Klick.

Claudio by
on Oktober 17th, 2017
in Theater

Staatsoper für Alle – Gemeinsam die Musik lieben

Die Bedeutung von öffentlich geförderter Kunst und Kultur steht nicht zur Disskussion. Dennoch ist es wichtig dessen Relevanz auch immer wieder am eigenen Leibe zu erleben. Am Samstag durften wir bei der Staatsoper für alle dabei sein, wie 3000 Menschen auf dem Bebelplatz sich zum gemeinsamen Musikgenuss trafen. Wie keine andere Symphonie steht Beethovens 9. mit der abschliessenden Europa-Hymne Ode an die Freude für genau diese Kraft der gemeinsamen menschlichen Freude. Wie diese in den Gesichtern der Menschen aussieht, kann man in den folgenden Bildern vom Samstag sehr schön nachempfinden.

Claudio by
on Oktober 3rd, 2017
in Musik, Fotos, Theater

Eine Stadt aus Fleisch: Monypolo 2

Eine Stadt funktioniert wie ein Körper. Straßen wie Arterien, bringen Menschen wie Blut von Organ zu Organ. Die Haut aus Zement wird rissig im Alter und die grünen Lungen atmen den Smog ein und wieder aus.

Im neuen Theaterspiel Monypolo II von Thea Hoffmann-Axthelm und Prinzip Gonzo verliert die Welt die man kennt Kontur. Sie wird zu einem organischen Aparat aus verschieden Funktionseinheiten. Alle Abteilungen einer Lebensmaschine auf der Suche nach einem Kopf. Einer Führung. Doch was verspricht der Kopf dem Körper? Neue Blickwinkel, neue Ziele, oder einfach nur eine Daseinsberechtigung?

Findet es selbst heraus, in dem ihr in den kommenden Wochen eintaucht in diese absurd-futuristische Welt. Sicher euch rechtzeitig Tickets. Unsere fotografischen Impressionen kommen hier.

Claudio by
on Juli 13th, 2017
in Theater