Stories

Ein Brief aus Istanbul

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Fotos: Zeynep Ozdemir

Was als ein friedlicher Protest gegen die Bebauung eines Parks im Zentrum von Istanbul begann, verwandelte sich über Nacht in einen nationalen Aufschrei der türkischen Bevölkerung gegen polizeiliche Gewalt und Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Innerhalb weniger Tage wuchs das ganze zu einem internationalen, politischen Skandal. Seit über einer Woche verfolge ich nun bereits die Geschehnisse dank der vielen Erfahrungsberichte und Artikel, die türkische Freunde und Bekannte auf Facebook und Instagram teilen. Ich habe teilweise erschreckende Geschichten gelesen über das, was gerade am Taksim Square und im Gezi Park passiert, die mich ziemlich sprachlos gemacht haben.

Heute erhielt ich einen Brief eines türkischen Freundes, der sich gerade inmitten der dramatischen Zustände in Istanbul befindet und möchte hier seine Worte teilen. Wir können von hier aus verhältnismäßig wenig tun, aber wenigstens unseren türkischen Freunden ein Sprachrohr verleihen um die Aufmerksamkeit auf die Missstände in Istanbul weiterhin aufrecht zu halten. Nach dem Klick könnt ihr seinen schockierenden Bericht über den Angriff der Polizei letzte Nacht lesen, der nicht nur unsere Grünen Politikerin Claudia Roth in Mitleidenschaft gezogen hat, sondern sich auch gegen wehrlose Senioren und Kinder richtete.

Frank by Frank
on June 16th, 2013
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Berlin und der ausgemerzte Zufall

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Fotos: Toilet Paper Magazine

Ein beliebiger Samstagabend in einem beliebigen Tanzschuppen in Berlin. Ich scherze und tanze mit einer Freundin herum, als sich uns ein Mädchen nähert. Sie fragt: Ist sie deine Freundin? – Ich: Nein. – Sie: Hast du eine Freundin? – Ich: Nein. – Sie: Hast du ein Freund? Ich: Nein. – Sie: Was hättest du lieber, einen Freund oder eine Freundin? – Ich: Vielleicht eher einen Freund? Sie lächelt, nickt und geht weg. Immer noch perplex von diesem inquisitorisch anmutenden Fragebogen, dem ich ausgesetzt wurde, sage ich kurz: Wart mal, wie heißt du eigentlich? (Ein wenig in der Hoffnung, dass, wenn ich dem Ganzen einem Namen geben kann, es sich weniger anfühlt, als wäre ich kurz von einem Roboter abgescannt worden.)

Sie hält inne, antwortet mir und sagt dann lächelnd: Du kommst wohl nicht aus Berlin oder? Dann verschwindet sie, vermutlich ihre Suche fortsetzend. Ich bleib nachdenklich und abgescannt zurück. Ich bin vielleicht nicht in Berlin geboren, aber da ich nun schon fast 10 Jahre in Berlin wohne, weigere ich mich zu akzeptieren, dass dies die normale Form des menschlichen Umgangs unter Fremden darstellen soll. Ein paar wenige Gedanken dazu nach dem Klick.

Claudio by Claudio
on June 13th, 2013
in Berlinstorys, Stories
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East Side Gallery Dilemma: Erhalt oder Nieder?

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Foto: GivingNot

In den letzten Wochen hat mich die Debatte um die East Side Gallery mit widersprüchlichen Gedanken bombardiert und meine Vorstellung der Deutschen Nation ziemlich durcheinander gebracht. Berliner protestieren auf der Straße gegen Kapitalismus und kämpfen um die Erhaltung von den Resten einer dreißig jährige Geschichte von Trennung, Gewalt und Unterdrückung. Ist es nicht paradox? Jene Menschen, die im Jahr 1989 gekämpft haben für den Abriss der Berliner Mauer, kämpfen nun darum sie aufrecht zu erhalten. Was einmal ein Sieg war, ist jetzt eine internationale Tragödie geworden.

Der Grund für diese Wut liegt darin, das mit dem Abriss Platz für einen majestätischen Bau luxuriöser Eigentumswohnungen geschaffen werden soll, die von reichen Männern in Hemd und Krawatte entworfen wurden. Statt die Gültigkeit des Grunds zu hinterfragen und für den Erhalt der deutschen Kultur zu demonstrieren, quäle ich mich mit dieser plötzlichen Auseinandersetzung von kulturellen Werten und Erinnerung. Ohne dabei die historische Bedeutung der East Side Gallery und seine künstlerischer Ader zu verneinen, frage ich mich: Wie wichtig ist Erinnerung in unserer Gesellschaft?

Devid by Devid
on March 7th, 2013
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Bethanien – Kreuzbergs Schloss im Himmel

Bethanien

Jeder Berliner träumt spätestens im Februar vom Sommer. Vom Fahrradfahren mit kurzen Hosen und flatterndem Hemd durch Friedrichshain, Mitte oder Kreuzberg. Gerade letzterer Stadtteil lädt immer wieder zum Entdecken ein. Wir durften für Bettery Magazine einen unserer Lieblingsorte vorstellen: das Kunstquartier Bethanien. Zu dem Thema: How can Design recharge our city haben verschiedene spannende Autoren wie Simone Sbarbati von Frizzi Frizzi oder Costas Voyatzis von yatzer Berliner Orte entdeckt und auf deren Einfluss auf die Stadt untersucht. Wir haben das ehemalige Krankenhaus am Mariannenplatz vorgestellt und deren vielfältige Nutzung beschrieben. Nachlesbar hier mit mehr Bildern.

Frank by Frank
on February 19th, 2013
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Legal lieben!

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Der Valentinstag ist nur eine große Marketingaktion. Und manchmal hab ich das Gefühl, dass von der McDonalds Werbung (ich liebe es) bis hin zu Volkswagen Claim (Aus Liebe zum Automobil) auch die Liebe nur noch eine sinnentleerte Marketinghülse ist. Je mehr Marken uns ihr Liebes-Coming-Out schenken, desto weniger hören wir noch auf die realen Liebesbotschaften unserer Mitmenschen.

Eine Botschaft, die ich nicht überhören konnte, da sie seit einer Woche durch die italienische Bloglandschaft hallt, ist die Liebesgeschichte von Federico und Stefano. Beide werden heute in New York heiraten. Nicht weil sie es besonders romantisch finden, sondern weil sie es in Torino, in der Stadt, wo sie sich vor 11 Jahren kennen und lieben lernten, nicht dürfen. In ihrem Video erzählen uns die beiden auf sehr poetische und liebevolle Weise ihre Geschichte und protestieren dabei nicht nur gegen den Stand der Homo-Ehe in Italien, sondern animieren auch zum aktiv werden. Denn erst wenn die Leidtragenden der Gesetze anfangen ihre Geschichten immer wieder publik zu machen, gibt es eine Chance auf Gehör. Unbedingt das Video nach dem Klick anschauen.

Claudio by Claudio
on February 14th, 2013
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Die Party-Nutten

Die Party-Nutten

In Berlin gibt es drei Sorten von Menschen, die feiern gehen. Solche, die kaum Geld brauchen um sich zu amüsieren, solche, die hunderte von Euros ausgeben müssen um auch nur ansatzweise das Gefühl zu haben, sie würden was erleben, und solche, die sogar dafür bezahlt werden, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort Spaß zu haben. Um diese sogenannten Partynutten geht es nach dem Klick.

Claudio by Claudio
on February 13th, 2013
in Party, Stories
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Berlin, ich liebe dich – aber ich kann mich noch nicht binden

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Skulpturen von Thomas Doyle

Mit Städten ist es wie mit Beziehungen. Man findet recht schnell raus, ob es was Ernstes ist. Zwischen mir und Berlin ist es gerade was ziemlich Ernstes. Wir gehen seit etwa 8 Jahren miteinander aus und uns wird nie langweilig voneinander. Wie mit den echten Beziehungen wird es, nachdem es ne Weile ernst ist, auch mit Städten etwas ungemütlich. Weil ja dann auf einmal so wichtige Fragen auf dem Plan stehen. Klar ist es verständlich. Man muss ja die Lebensentwürfe aneinander anpassen. Und so stellt sich auch bei einer Stadt die Frage: Sich binden oder nicht? Also gelinde gesagt: Einen festen Wohnsitz erwerben? Ganz ehrlich, Berlin, so sehr ich dich auch liebe, ich bin noch nicht bereit dafür. Warum ich dazu nein sage, erkläre ich in der englischen Version dieses Artikels.

Claudio by Claudio
on January 4th, 2013
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Ubahntipathie

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Foto: Oliver Rath

Ein öffentliches Verkehrsmittel ist nach dem “1/3 und 2/3 Prinzip” konstruiert. Das bedeutet, dass bei maximaler Auslastung ein Drittel der Fahrgäste sitzen können und zwei Drittel stehen. Ist hinter dieser Ökonomie der Sitzmöglichkeiten auch eine gesellschaftliche Ordnung verborgen, die den Fahrgästen subtil vermittelt werden soll? Ist das vielleicht auch der Grund, warum immer mehr Berliner die Liebe zu ihrer U-Bahn verlieren und sich sogar eine weitverbreitete Ubahntipathie in der Bevölkerung abzeichnet? Überlegungen zu dieser neuen Krankheit der urbanen Mobilität und ein kleiner Filmtipp nach dem Klick.

Claudio by Claudio
on November 21st, 2012
in Irrenhaus Berlin, Stories, Videos
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Werden die Schönsten überleben?

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Fotos: Oliver Rath

Nachdem ich einen Abend mit interessanten Smalltalk über Vaginadesign verbracht habe mit der Autorin dieses Textes, drehen sich meine Gedanken immer weiter über die Absurdität der menschlichen Suche nach Schönheit und Attraktivität im Kontext des Zeitgeistes. Vollkommen losgelöst von der Diskussion über mainstreamige Schönheitstrends versuche ich mir eine Motivationsstrategie zu überlegen, warum ein Mensch glaubt seinen Intimbereich nach einer gewissen normierten Ästhetik gestalten zu müssen. Sind daran auch wieder die Modezeitschriften schuld? Wohl kaum. In Berlin haben wir ganz andere Arten von destruktiver Schönheitsnorm nach der wir uns richten sollen. Verschiedene Gedanken zur einem spezifischen Berliner Schönheitsideal auf englisch nach dem Klick.

Claudio by Claudio
on October 18th, 2012
in Berlinstorys, Kunst, Stories
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Rennen im Regen vom Regen weg

Rennen im Regen vom Regen weg

Eine Samstagnacht gefüllt mit schlechten Partys. Ein Falafelladen am Rosa-Luxemburg-Platz. Ein Sommergewitter. DAS Sommergewitter. Ich, so zwischen dem fallenden Berliner Himmel und der Wand an Gerüchen aus Fritteuse und Männerschweiß. Ich wähle das Fegefeuer unter der undichten Markise. Menschen rennen vorbei. Gelangweilt spielen wir mit den Lichteinstellungen des Fotoapparats rum. Dann fang ich an, die vorbeirennenden Menschen zu fotografieren. Einige rennen und lachen. Einige rennen und fluchen. Viele rennen einfach nur so. Drei Jungs spielen Turmspringen in den Pfützen. Aber alle rennen. Keiner sagt sich: Ich bin eh pitschnass. Dann kann ich auch in Ruhe nach Hause laufen. Daher frag ich mich: Rennen die, weil sie so schnell wie möglich nach Hause wollen, oder rennen sie, weil man Regen einfach rennen muss? Ein ungeschriebenes Berliner Wettergesetz. Rennt man, weil man sieht, dass alle anderen rennen? Wie in den U-Bahnhöfen, wo man auch anfängt zu rennen, wenn man sieht, dass die Menschen vor einem plötzlich losrennen . Die nächste U-Bahn kommt sicherlich erst in 3 Minuten. 3 Berliner Zeit Minuten sind wie 3 Stunden in Bochum, 3 Tage in Darmstadt oder 3 Jahre in Cottbus. Ewig. Zurück zum Regen. Rennen wir nun im Regen oder vom Regen weg? Und wovor rennen wir wirklich weg? Vor dem Jetzgefühl: nass-kalt-iiih? Oder vor den Dann-Konsequenzen: Schnupfe-Schwindsucht-Syphillis (letzteres, weil man dann doch schnell zur Ex-Affäre geht, die um die Ecke wohnt, statt einen Kilometer im Regen auf der Warschauer Brücke nach Hause zu laufen). Irgendwie sind die rennenden Leute im Regen am Samstagabend wie der Besuch einer Kunstausstellung im Hamburger Bahnhof, wo ich allein von den Sinnen her vom Kunstwerk vollkommen beeindruckt bin, mich aber die ganze Zeit frage welche mögliche Bedeutungsfacette mir am meisten gefällt.

Nach dem Klick rennende Menschen im Regen – die Resultate meiner Fotoexperimente.

Claudio by Claudio
on July 4th, 2012
in Berlinstorys, Kunst, Stories
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