Schwarze Paradiesvögel

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Die vergangene Fashion Week war nicht nur für Frank wegen seinem tollem Event eine ganz besondere Zeit. Suz und ich sind auf analogem Wege unseren Lesern fremdgegangen und haben eine kleine, täglich erscheinende Kolumne unser Eigen nennen dürfen. In der Zeitung Fashion Weeks Daily konnte man unsere Ergüsse zum Modezirkus verfolgen. Für alle, die kein Exemplar ergattern konnten (und wir hatten es auch nicht immer einfach eins zu finden), folgt nun der erste Text von mir nach dem Klick und noch mehr Fotos, die wir in unserem Friedrichshainer Lieblingsladen Episoda machen durften.

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Eine Voliere ist ein großer Vogelkäfig, der den Freiflug der Insassen ermöglicht, steht bei Wikipedia. Schon immer musste ich bei den großen weißen Zelten und den bunten Schauenbesuchern an die französischen Volieren des 19. Jahrhunderts denken, wo die schönsten Vögel zur Schau gestellt wurden.

Anders als die unfreiwillig gefangenen Vögel, stellen wir uns ganz gern im Rahmen der Modewoche zur Schau und begehen dabei modische Freiflüge, die wir uns im Alltag vielleicht nicht trauen würden. Genießen dabei die Streetstylefotografen, die wie passionierte Ornithologen dezent und manchmal auch rücksichtslos um ein Bild bitten.

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Anders als in der Tierwelt können wir uns für ein Federgewand entscheiden. Sind wir heut Mittag vielleicht noch ein streng in schwarz gehaltener Rabe, verwandelt man sich zur Nacht in einen glitzernden Kolibri oder einen edlen Fasan. Häufig ist mir in letzter Zeit die Gattung der schwarzen Paradiesvögel aufgefallen. Damit meine ich, Schauenbesucher, die trotz strengem Schwarz durch Formen, Volumen und Material stärker auf sich aufmerksam machen, als manch bunter Pfau.

Aber egal, für welche Vogelart man sich entscheidet, darf man nicht vergessen, dass Mode dazu da sein soll, unsere Fantasie zu beflügeln und unsere ästhetischen Horizonte zu erweitern. Sie ist da, damit wir auch außerhalb des Schutzes der Voliere modische Vielfalt zeigen und uns von einengenden Kleidungskonventionen befreien können, um am Ende vielleicht kein exotischer Vogel mehr zu sein, sondern einfach wir selbst.

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<a href="https://www.iheartberlin.de/de/author/cr/" target="_self">Claudio</a>

Claudio

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