4 Tolle Filme – Ich in Filmen

Filme unterhalten und entführen in andere Welten. Sie berühren, veranlassen zum Nachdenken, Überdenken und dazu den eigenen Blick vielleicht ein bisschen nachzujustieren. Ab kommender Woche stelle ich auf iheartberlin jeden Dienstag neue Filme, Filme zu aktuellen Themen oder Filme für bestimmte Stimmungen vor, lasst Euch überraschen.

In dieser Woche möchte ich mich aber erst einmal selbst vorstellen. Gestern hätte ich dies anders getan als heute, statt also statische Verben zu bemühen, habe ich mich entschlossen auf Filme hinzuweisen, die mich einmal verändert haben.

Wenn ich einen Kinosaal betrete, werde ich still, und sobald der Film beginnt, blende ich alles um mich herum aus, bin völlig allein mit der flackernden Bilderwelt. Einige Male haben mich Filme so gepackt, dass ich nach 90 Minuten wahrlich gewandelt den Saal verließ. An alle vier Situationen erinnere ich mich klar und gern, all die Filme möchte ich nicht erneut sehen. Aus Angst vor dem Verlust dieser Illusion, aus Respekt vor dem damaligen Momentum und der Vermutung, dass jene Katharsis nicht reproduzierbar ist. Strengstens subjektiv deutet die Auswahl vielleicht ein wenig auf meine Person hin und gibt einen kleinen Ausblick darauf, was Euch hier dienstags erwarten wird.

The Wrestler – Nach meinem Auslandssemester an der NYU habe ich diesen Film kurz vor meinem Abschied gesehen und habe mich tagelang kaum beruhigen können. Darren Aronofsky führt meisterlich Regie und Mickey Rourke scheint der einsame, gebrechliche Alt-Wrestler Robin auf den Leib geschrieben zu sein. Obwohl Robin ein Leben ohne Ruhm zu bewältigen versucht, setzt er am Ende doch lieber sein Leben auf Spiel, statt auf die Bewunderung der Öffentlichkeit zu verzichten.

Synecdoche, New York – Im verschneiten Vancouver war dies der zweite Film, den ich an einem Abend in einem wunderschönen ehemaligen Theater sah. Der Theaterregisseur Caden Cotard (Philip Seymour Hoffman) versucht über Jahrzehnte New York in einer alten Fabrikhalle zu reproduzieren. Der Satz: „There are no extras in the world. They are all leads in their own stories!“ ging mir in der eisigen Nacht und bis heute nicht aus dem Kopf.

4 Months, 3 Weeks and 2 Days – Dank der zwei Hauptpreise bei den Filmfestspielen in Cannes hatte das Filmfestival Viennale keine Probleme das riesige Gartenbaukino bis auf den letzten Platz zu füllen. Als der Film begann, wurde es mucksmäuschenstill und auch beim Abspann regte sich nichts. Regelrecht festgefroren war das Publikum und wir brauchten mehrere Drinks um wieder über anderes als die Frage, wann ein Freundschaftsdienst zu groß ist, sprechen zu können.

Flight of the red balloon – Auch ein Viennale Erlebnis, konnte ein Freund meine Tränen nach diesem langsamen Drama, erst gar nicht verstehen. Eine hektische Mutter (Juliette Binoche) und ein geduldiges Au-pair kümmern sich um den kleinen Simon und seinen roten Ballon. Meine Interpretation des faszinierten Kinderblicks hat meine Begleitung dann doch noch zum Fan des Films gemacht, und wenn eine Plastiktüte im Wind schwebt oder die Sonne besonders glitzert, denken wir beide an diesen Film und halten einen Moment inne.

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