Momentan sind gleich zwei Filme im Kino die sich mit dem Thema Krebs beschäftigen. Der Independant Film Das Leben gehört Uns aus Frankreich und die amerikanische Tragikkomödie 50/50 – Freunde fürs (Über)Leben. Obwohl Filme, die sich mit Krebs beschäftigen, natürlich alles andere als ein erbauliches Thema sind, habe ich mich dennoch dazu entschieden, in dieser Woche darüber zu schreiben. Insbesondere da die Filme sich dem Thema auf gänzlich unterschiedliche Weise nähern…
Das Leben gehört uns (R: Valérie Donzelli, FR 2011)
Obwohl diese Entdeckung aus Cannes 2011 das Thema Krebs ebenfalls in einem leichten und komödiantischen Tonfall bespricht, ist er doch wesentlich respektvoller im Umgang mit dem Thema. Teils mag dies daran liegen, dass der Film autobiographisch ist. Die wahre Geschichte wurde von den jungen Eltern eines krebskranken Babys selbst geschrieben, die Mutter führte Regie und das Ex-Paar spielt in dem Film sich selbst. Den Kampf gegen den Krebs haben beide gewonnen, ihr Kind ist heute gesund und aus ihrer inspirierenden Geschichte haben sie einen wunderbar warmen und berührenden Film gemacht.

50/50 – Freunde fürs (Über)leben (R: Jonathan Levine, USA 2011)
Adam (Joseph Gordon-Levitt) hat Krebs. Seine Überlebenschance beträgt ca. 50%, aber natürlich behauptet der junge Mann ihm gehe es, trotz Diagnose, bestens. Im ganzen Film wird nicht über Angst oder Depressive Gefühle, Schmerzen oder schwindende Hoffnung gesprochen. Stattdessen wird Krebs als das Element genutzt welches die Handlung anstösst und vorantreibt. Die verzweifelte Mutter wird als fast hysterisch dargestellt, Adams bester Freund freut sich einfach, dass er nun mit dem Kranken Gras, welches dieser als Schmerzmittel nutzt – rauchen kann. Und als seine Freundin ihn betrügt, mit dem Grund sich um ihn zu kümmern sei ihr einfach zu viel geworden, fängt Adam eben eine Romanze mit seiner Therapeutin an. Es gibt nicht viele Filme, die mich so irritieren, dass ich sie nicht zuende schauen will, aber dieser war so einer. Krebs als austauschbares Element in einer Hollywood Komödie zu verwenden fand ich respektlos und weder Tragisch noch komisch, ein schlechtes Zeichen für eine Tragik-Komödie.
Mein Leben ohne mich (R: Isabel Coixet, CAN/ESP 2003)
Als die 23-jährige Ann (Sarah Polley) mit Krebs diagnostiziert wird, beschließt sie dies niemandem zu sagen, sondern die ihr bleibende Zeit auszunutzen, sowie Dinge für ihre Töchter und ihren Mann für die Zeit nach ihrem Tod zu organisieren. So zeichnet sie Geburtstagsbotschaften auf und sucht eine neue Frau für ihren Mann, fängt an mehr zu trinken, zu tanzen, zu rauchen und mit anderen Männern zu flirten.
Mein Leben ohne mich ist tragisch und witzig, Ann macht sich Gedanken, nimmt ihre Ängste und Wünsche wahr. Der Film ist toll und feiert mit der sterbenden Frau das Leben!

