Nach all den Jahren Filmstudium und der Arbeit in der Kulturbranche habe ich es noch immer nicht geschafft mich von einem sündigen Laster zu befreien: der Sucht nach RomComs!
Ja, jene romantischen Komödien, in denen völlig unrealistische und klischeehafte Geschichten erzählt werden, ziehen mich magisch an. Obwohl ich mich nach 90 Minuten fast immer kolossal darüber ärgere, dass eine solche Belanglosigkeit statt einem vernünftigen Art-House Film finanziert wurde, kehre ich doch regelmäßig zurück.
Was mich immer wieder dazu bringt, frage ich mich seit Jahren selbst, aber eine wirklich plausible Antwort habe ich noch nicht gefunden. Natürlich sind die Filme reines Entertainment, Ablenkung von der Realität, Ausflucht aus dem Alltag, vielleicht sogar eine Träumerei. Denken muss man bei diesen Filmen wenig, wobei man im Optimalfall natürlich reflektiert, warum die Rollenbilder hier so schrecklich unmodern um die Ecke kommen.
Am vergangenen Osterwochenende war es jedenfalls wieder soweit und ich habe mir ernsthaft 2 dieser verpönten Spezies nacheinander reingezogen. Und ich gebe offen: zu es war großartig. Also Hirn aus, Film an.
Der Nächste, bitte! (R: Pascal Chaumail, F 2012)
Isas (Diane Kruger) Familie ist von einem bösen Fluch befallen und zwar scheitern in ihrer Familie immer die ersten Ehen der Frauen. Als Isa also ihren Traummann ehelichen will überredet ihre Schwester Coco (Alice Pol) Sie vorher noch schnell einen Unbekannten zu heiraten um dem Fluch auszutricksen. Der gekaufte erste Ehemann taucht natürlich nicht auf und so sucht sich Isa kurzerhand selbst einen Trottel der Sie heiratet. Das Loswerden des ungeliebten ersten Ehemanns gestaltet sich natürlich durchaus schwieriger als gedacht und jetzt darf jeder kurz raten wie der Film ausgeht… Surprise!
Liberal Arts (R: Josh Radner, USA 2012)
Jessi Fischer (Josh Radnor) ist 35 und besucht sein altes College um der Pensionierung seines Lieblingsprofessors beizuwohnen. Nostalgisch blickt Jessi auf die Studientage zurück in denen er seine Zukunft noch erträumte und die Realität des Lebens noch nicht zugeschlagen hatte. Ganz nebenbei verliebt er sich in die Studentin Zibby (Elizabeth Olsen). Käme das ganze nicht so romantisch verklärt daher, wäre dies eigentlich ein Film mit Potenzial. Aber dann wäre es wiederum keine RomCom und ich hätte ihn am Wochenende wohl verschmäht.

