Interview: Musikhören mit Francis International Airport

Die österreichische Formation Francis International Airport hat vor kurzem ein neues Album vorgestellt. War der Vorgänger In the Woods geprägt von Gitarrensounds, lässt die Band nun weitgehend die Metaphorik des Waldes hinter sich. An ihre Stelle treten dramatische Synthesizer-Einsätze mit 80er-Avancen, analoge und programmierte Beats greifen jetzt ineinander. Unverwechselbar bleibt dabei auch die Liebe zum Detail, mit der FIA ihre Songs arrangieren.

In unserem Interview mit Francis International Airport (FIA) haben wir über Musik von The Cure, Mark OH, Francoise Hardy und Echo And The Bunnymen gesprochen. Mehr nach dem Klick.

The Cure Just like heaven

Mit 10 oder 11 bekam ich meinen eigenen Plattenspieler, ein sehr billiges Exemplar. Als erste Single lief darauf zwar nicht Just like heaven, aber Lullaby von The Cure. Ich war unglaublich fasziniert von dieser Musik und dieser Technik: Rille via Nadel zum Lautsprecher. Dieser Song lief rauf und runter. Ich glaube, bereits ein Jahr später war die Plattenphase vorbei, die Compact-Discs trudelten ein, das Vinyl verstaut am Dachboden. Witzigerweise hab ich Disintegration als gesamtes Album erstmals ca. 15 Jahre später gehört.

Mark OH Love Song

Ich muss ganz ehrlich sagen: Mark Oh war 94/95 das Feindbild für mich und meine Freunde. Ok, wir waren jung, mussten unseren Platz finden. Da braucht man etwas oder jemanden zum Draufhacken. Er war die perfekte Figur dafür, weil sein Schaffen für meine Begriffe so unglaublich schlecht war. Später war ich in der Zwischenzeit zum Punker mutiert, öfters auf Raves mit Freunden und sogar auf der Loveparade, just for the fun of it.

Man stellt sich doch kurz vor, so etwas liefe heutzutage in den Radios (was nicht heisst, dass heute Besserers läuft). Diese Eurodance-Phase anfang der 90er hat anscheinend einiges an Barrieren im Mainstream losgetreten.

Francoise Hardy Le Temps De L’amour

Das verbindet man natürlich sofort mit Moonrise Kingdom. Eine sehr stimmungsvolle Geschichte. Auch wenn man den Film nicht gesehen hat, schwingt da eine Melancholie, etwas Wehmütiges mit, das einen sofort in den Bann zieht. Der Film erzielt eine sehr ähnliche Grundstimmung. “Quand le temps va et vient / On ne pense à rien malgré ses blessures.”

FIA The Right Ones

In der Zeit der Demoaufnahmen zu Cache gab es dieses furchtbare Erdbeben in Japan. Bilder kursierten im Netz. Darunter war eines, das jemand während des Bebens in einem Gebäude aufgenommen hat. Darauf sind zwei Menschen zu sehen, die sich fest umklammern, während um sie herum alles zerbricht. Das Bild stand für mich eine Zeit lang Pate für die Stimmung des Albums.

Was nicht heisst, dass nur Angst und Schrecken Thema sein sollten. Das Traumhafte an diesem Bild war so faszinierend. Man möchte sofort eine Geschichte dazu hören. Kurz gesagt, Bilder in ein Stück Musik zu bannen bzw. Musik zu visualisieren sind wichtige Aspekte in unserer Arbeit.

Echo And The Bunnymen Seven Seas

Eine Single aus ihrem Meisterwerk Ocean Rain. Post-Punk-Pop at it’s best. U2 nahmen sich den Sound und machten ihn richtig groß. Aber im Gegensatz zu U2 haben sich die Bunnymen etwas Dunkles, Geheimnisvolles in ihrem Sound bewahrt. Für FIA ein wichtiger Einfluss, wie viele Bands aus dieser Zeit.

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