Stay At Home: Portraits von Berlinern in ihren Fenstern

Stay At Home: Portraits von Berlinern in ihren Fenstern

Fotos: Lovis Ostenrik. 

In den letzten Wochen wurde es fast zu einem Mantra: Bleib zu Hause! Angela Merkel hat es gesagt, Virenexperte Drosten hat es gesagt, deine Mutter hat es gesagt, wir haben es gesagt. Jeder hat es in den Ohren und auf den Lippen.

Aber was bedeutet es für alle, zu Hause zu bleiben? Es ist sicherlich nicht für jeden das Gleiche. Wenn man allein in einer dunklen Einraumwohnung im Hinterhof lebt, kann es durchaus irgendwann anfangen, sich klaustropobisch anzufühlen. Aber wenn man das Glück hat, in einem großen hellen Altbau mit Balkon (oder noch besser: Garten) zusammen mit seinen Lieben zu wohnen, kann es am Ende auch ganz gut gehen. Egal, ob es ein großes oder nur ein kleines Opfer ist, die Bedeutung als eine der wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Pandemie ist nicht von der Hand zu weisen.

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Diese Berliner Designer Nähen Jetzt Gesichtsmasken

Diese Berliner Designer Nähen Jetzt Gesichtsmasken

Musician & Songwriter VELVE in I‘ VR. 

Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es eine gewisse Kontroverse über selbstgemachte oder nicht-medizinische Gesichtsmasken gibt. Die deutsche Regierung hat sich bisher gescheut, den Menschen das Tragen von Gesichtsschutz anzuordnen, vor allem wegen des extremen Mangels an verfügbaren zertifizierten Masken, aber auch, weil die Wirksamkeit von Masken noch immer diskutiert wird. Eines ist jedoch sicher: Die wenigen Länder, die eine Maskenpolitik betreiben, scheinen wesentlich flachere Kurven zu haben. Dies kann natürlich verschiedene Gründe haben. Aber andererseits, wenn man nur darüber nachdenkt. Je mehr Menschen eine Maske tragen, desto weniger werden sie in den frühen Stadien der Infektion versehentlich ins Freie husten oder niesen, wenn sie am ansteckendsten sind und noch am wenigsten Symptome zeigen.

Während die Deutschen vor einigen Wochen noch recht zurückhaltend mit Masken zu sein schienen, hat sich das in der letzten Woche dramatisch geändert, und ich sehe viele Menschen mit selbstgemachten oder anderen Stoffmasken auf der Straße. Und ich gebe zu, dass ich mich dadurch etwas sicherer fühle, wenn ich mehr Menschen um mich herum sehe, die andere bewusst davor schützen, sie versehentlich damit anzustecken.

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Warum Ich Angst Habe, Berlin zu Verlassen

Warum Ich Angst Habe, Berlin zu Verlassen

Fotos: Beth James. 

Wenn ich an Berlin denke, stelle ich mir vor, wie die U-Bahn auf den Hochgleisen rattert, Tauben über die Dächer flattern und in der Ferne der leise Klang von Techno zu hören ist. Berlin ist Graffiti, verschwitzte Nachtclubs, Bier am Kanal, seltsame Kunstausstellungen, mitternächtliche Radtouren, klebrige Sommertage, die sich wie eine Decke um einen wickeln und eisige, graue Winter, die einen vergessen lassen, wie sich der Sommer anfühlt. Berlin ist späte Nächte und frühe Morgenstunden, Schwimmen im See, Lachen auf den Dächern, Marathontanz-Sessions und Nachmittage im Park, Schuhe ausziehen, auf dem Rücken liegend in der dunstigen Sonne. Es ist ein Ort, der einen in Versuchung führt und verspottet, der einen aufhebt und niederreißt. Wo Freiheit herrscht und sich niemand darum schert. Es geht dir unter die Haut, und je länger du bleibst, desto schwieriger ist es, es zu verlassen.

Berlin ist auch eine Identität, und viele tragen sie als Ehrenzeichen. Deshalb sieht man Menschen mit Instagram-Accounts, die ihren Namen und “Berlin” sagen. Weil es eine Stimmung ist, steht es für etwas. Damit verbunden zu sein, erklärt, wer man ist. Es fällt mir schwer, mich von dieser Identität zu lösen, in die ich fast ein ganzes Jahrzehnt lang eingewickelt war. Es hat mich viel Überlegung gekostet, die Entscheidung zu treffen, meine langjährige Geliebte mit ihrem dunklen Herzen und ihrem endlosen Nervenkitzel zu verlassen. Im Laufe der Jahre wurde ich, wann immer ich spürte, dass es der richtige Zeitpunkt zum Gehen sein könnte, wieder hineingezogen, irgendwie von einer unsichtbaren Strömung eingefangen. Mir fielen eine Million Gründe ein, warum dies der richtige Ort für mich war und warum ich nie etwas wie das finden konnte, was ich hier hatte.

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Ein Fünkchen Optimismus als Single in der Selbstisolierung

Ein Fünkchen Optimismus als Single in der Selbstisolierung

Fotos: Kinga Cichewicz

Gerade als ich dachte, dass das Single-Dasein in Berlin nicht unangenehmer werden könnte, ist der Schwierigkeitsgrad durch die Pandemie in die Höhe geschnellt. Es fühlt sich plötzlich so an, als ob man im Grunde genommen alle coolen Berliner Single-Privilegien wegnimmt, und dazu noch alle Lasten tragen muss. Ironischerweise würden sich Singles in der Zeit vor Corona manchmal über genau die Dinge ärgern, die uns in der gegenwärtigen Isolationssituation tatsächlich Trost bringen können.

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Die Tänzer des Staatsballett Berlin Tanzen von Zuhause

Die Tänzer des Staatsballett Berlin Tanzen von Zuhause

Wie ihr wahrscheinlich wisst, sind wir hier bei iHeartBerlin große Fans des Staatsballetts Berlin. Deshalb hat uns dieses neue Video richtig warm ums Herz werden lassen, als wir es gesehen haben: Initiiert und bearbeitet von der Solotänzerin Ksenia Ovsyanick haben 45 der Tänzerinnen und Tänzer sich zu Hause oder an dem Ort, an dem sie ihre Quarantäne gerade verbringen, aufgenommen und eine kleine Performance dargeboten, die nahtlos von einer Tänzerin oder einem Tänzer zur nächsten übergeht, als ob sie alle gemeinsam im Einklang tanzen würden. Das Ergebnis ist eine charmante Collage aller Tänzer, die uns in diesen seltsamen Zeiten eine positive Stimmung und ein Lächeln schenken. Vielen Dank dafür, wir können es kaum erwarten, euch wieder auf der Bühne zu sehen, hoffentlich bald!

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Die Neue Netflix Show Unorthodox ist eine Flucht nach Berlin

Die Neue Netflix Show Unorthodox ist eine Flucht nach Berlin

Abgesehen von Dark sind die deutschen TV-Produktionen von Netflix leider nicht wirklich mein Fall. Das änderte sich aber überraschend heute mit der neuen Miniserie Unorthodox, die von Anna Winger und Alexa Karolinski geschaffen wurde und bei der die wunderbare Maria Schrader (auch bekannt als Schauspielerin aus Deutschland 83/86 und dem Filmklassiker Aimée & Jaguar) Regie führt. Ich habe gerade die gesamten 4 Episoden an einem Abend fertig geschaut und empfehle sie wirklich wärmstens an alle, vor allem auch, weil Berlin unglaublich gut darin rüberkommt.

Die Serie basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Buch von Deborah Feldmans und erzählt die Geschichte der 19-jährigen Esty, die in der ultra-orthodoxen chassidischen jüdischen Gemeinde von Brooklyn aufwächst – oder wie es ein anderer jüdischer Charakter aus der Serie beschreibt: die “verrückten Außenseiter”. Während ihrer arrangierten Ehe merkt Esty, dass sie sich nicht vorstellen kann, ihr Leben unter so strengen Regeln zu leben, und so flüchtet sie nach Berlin, wo sie in die Szene der jungen aufstrebenden Musiker der Berliner Philharmoniker gerät. Beide Zeitlinien, ihr letztes Jahr in Brooklyn und ihre ersten Tage in Berlin, werden parallel erzählt, was einen beeindruckenden Kontrast zwischen der strengen Gemeinschaft und dem liberalen Leben in Berlin schafft.

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Berlin, wie wir es kennen und lieben, macht dicht

Berlin, wie wir es kennen und lieben, macht dicht

Mit der bevorstehenden Schließung des beliebten Neuköllner Nachtclubs Griessmühle, dem ältesten Kino Berlins, dem Moviemento, das um sein Überleben kämpft, und dem ikonischen Clärchens Ballhaus, was bereits geschlossen hat, ist die aktuelle Stimmung in der Stadt schon ziemlich im Keller. Wird das Berlin, das wir kennen und lieben, jetzt allmählich geschlossen? Haben die kommerziellen Mächte, endlich gewonnen und das alternative, unbezähmbare, freiheitliche Berlin geschluckt? Ich mache euch keinen Vorwurf, wenn ihr so empfindet.

Als jemand, der Berlin seit 20 Jahren beobachtet, habe ich viele geschätzte Clubs und kulturelle Orte gehen sehen, einige werden heute sogar noch sehr vermisst. Die Teilung der Stadt, die ungewollten und verlassenen Orte, die Relikte der Industrialisierung, sie alle boten so viel Raum, dass die Untergrund- und Nachtclub-Szenen sich entwickeln und gedeihen konnten, besonders seit dem Fall der Mauer. Sie schuf einen immer durstigen und unbeirrbaren Geist, um Räume, Objekte und Ideen neu zu erfinden, neu zu nutzen und mit ihnen zu experimentieren. Sie schuf eine Stadt, die ihren Mangel an pompösen Sehenswürdigkeiten zu einer Tugend und ihren Lebensstil zu jener magnetischen Qualität machte, die in den letzten Jahrzehnten unzählige Menschen hierher brachte.

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Wie es war, vor 20 Jahren nach Berlin zu ziehen

Wie es war, vor 20 Jahren nach Berlin zu ziehen

photoPatrick1977Bln / CC-BY-SA

Wir schreiben das Jahr 2000. Ich war bereits in meinen späten Teenagerjahren und frisch von der Schule, während der Rest der iHeartBerlin-Crew, wie ihr sie heute kennt, noch Fruchtzwerge gelöffelt hat. Es ist das Jahr, in dem ich in Berlin angekommen bin, und das war – da übertreibe ich nicht im geringstens – eine komplett andere Angelegenheit als heute. Stellt euch vor, ihr kommen hierher, ohne jemanden zu kennen, weil es keine sozialen Medien gab, um mit den Leuten in Kontakt zu treten, bevor man überhaupt ankommt. Und stellt euch vor, mit einer faltbaren Stadtkarte durch die Gegend zu laufen, weil es keine Google Maps gab. Stellt euch vor, dass der Eberswalder Straße U-Bahnhof im heutigen gediegenen Prenzlauer Berg das damalige Kottbusser Tor war (keine Ahnung, wie das echte Kottbusser Tor gewesen ist, denn man ist dort einfach NICHT hingegangen). 

Es war die Zeit vor dem großen Berlin-Hype, die Zeit vor Kellnern, die nur Englisch sprechen, vor dem Berghain-Kult, vor all diesen großen Shopping Malls, vor dem Berliner Hauptbahnhof, vor dem Gemecker über hohe Mieten oder Gentrifizierung, vor den zwanglosen Gesprächen über Drogenkonsum, vor den Mobs von Touristen, vor den Gesetzen gegen das Hinterlassen von Hundekacke auf den Straßen, vor dem Bankrott von Air Berlin, bevor Tempelhof in einen riesigen Park verwandelt wurde, bevor es richtige Jobs in Berlin gab. Damals war es eine ganz andere Welt. Es war ein Berlin an der Grenze zwischen den rohen, unverdorbenen 90er Jahre nach dem Mauerfall, das so viele von uns älteren Neu-Berlinern idealisieren, und dem Berlin von heute.

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Was ich an Berlin vermisse, wenn ich im Ausland bin

Was ich an Berlin vermisse, wenn ich im Ausland bin

Wenn es mich länger ins Ausland verschlägt und ich viel Zeit in fremden Großstädten verbringe, wird mir jedes Mal vor Augen geführt, was ich an Berlin besonders schätze. Es kann noch so schön sein, durch das umtriebige Bangkok zu schlendern oder am Strand bei LA ein Eis zu schlecken, niemals würde ich Berlin gegen irgendeine andere Stadt auf dieser Welt eintauschen. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich hier aufgewachsen bin, doch ich glaube wer sich einmal in Berlin verliebt hat, ist ihr unheilbar verfallen. Die Dinge, die ich in fernen Städten an Berlin am meisten vermisse, habe ich euch mal zusammengetragen.

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Berlin Bleibt Sexy: 10 Sexfluencer, die gegen Zensur kämpfen

Berlin Bleibt Sexy: 10 Sexfluencer, die gegen Zensur kämpfen

Diese zehn Männer und Frauen haben keine Angst nackte Haut zu zeigen.

Mit ihrer Arbeit verwischen sie die Grenzen von Kunst, Pornografie, Sexarbeit, politischem Aktivismus oder was als “professionelle” Arbeit angesehen wird. Doch ihr Mut sich gegen Zensur und für sexuelle Freiheit einzusetzten hat auch seinen Preis. Die explizite Natur ihrer Arbeit oder Online-Auftritts ist für viele wie eine Freikarte zum sexuellen Übergriff, verbal oder sogar physisch. So à la: “Mit der/dem kann man’s ja machen!”

“Ich habe mich in einigen sehr gefährlichen und unbequemen Situationen wiedergefunden”, berichtet unser Cover-Model Sam Morris gegenüber der Gay Times. “Ich wurde sexuell erpresst, angegriffen, verbal belästigt und vergewaltigt. Diese Situationen entstanden zwischen angesehenen Fotografen, erfolgreichen Zeitschriftenredakteure, und anderen schwulen Männer, die mir begegnet sind. ”

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