Caitlin Hardee, eine Amerikanerin, die seit fast 10 Jahren in Berlin lebt, schlief am Dienstagabend schlecht neben ihrem Laptop und wartete auf Ergebnisse, von denen sie wusste, dass sie am Morgen nicht kommen würden. Da die Präsidentschaftswahlen bis Samstag nicht entschieden waren, haben die Amerikaner in Berlin in letzte Woche überhaupt nicht viel geschlafen.

Weil Donald Trump andeutete, er werde den Sieg erklären, bevor alle Briefwahlzettel ausgezählt seien, organisierten die Demokraten im Ausland, der Auslandsverband der Demokratischen Partei, am Mittwoch eine “Kundgebung in Berlin für freie und faire Wahlen in den Vereinigten Staaten” vor dem Brandenburger Tor, um die Auszählung aller Stimmen zu fordern. Rund 50 Menschen nahmen an der Kundgebung mit wenig Aufregung teil, aber die Polizei war anwesend, um sicherzustellen, dass soziale Distanzierungsmaßnahmen eingehalten wurden. Emily Lines, die stellvertretende Vorsitzende der Auslandsdemokraten, sagte, dass nur zwei Gegendemonstranten zu der Kundgebung gekommen seien. Einer der Gegendemonstranten war kein Amerikaner, entschied sich aber dennoch, Trump zu unterstützen und trug keine Maske.

Die Demokraten im Ausland veröffentlichten eine Erklärung, in der sie die Motivation hinter der Kundgebung erläuterten: “Um die Ergebnisse dieser Wahl zu schützen, fordern wir, dass alle Stimmen ausgezählt werden. Es ist ein legaler Wahlprozess im Gange, an dem eine Rekordzahl von Wählern teilgenommen hat. Da diese Wahl unter ungewöhnlichen Umständen stattfindet, müssen wir geduldig sein und sicherstellen, dass die Stimme jedes Wählers gehört wird: ein zuverlässiges Ergebnis ist wichtiger als eine verfrühte Siegeserklärung”. Die Auszählung der Briefwahlzettel ist besonders wichtig für im Ausland lebende Amerikaner, da sie nicht die Möglichkeit haben, persönlich abzustimmen.

(Den Rest des Berichts gibt es im englischen Teil.)

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Adri
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on November 9th, 2020
in Leute, Stories