Die jüngste Doppelvorstellung des Staatsballetts Berlin vereint zwei außergewöhnliche und unkonventionelle Choreographen: Sharon Eyal und Alexander Ekman. Beide haben für diese Show, die Anfang des Monats an der Staatsoper Unter den Linden Premiere hatte, brandneue Stücke kreiert. Wenn ihr erwartet, hier ein klassisches Ballett zu sehen, werdet ihr überrascht sein, denn das ist alles andere als das! Wir hatten die Möglichkeit, einer der Proben zu besuchen und ein paar Fotos und GIFs für euch zu machen. Verpasst nicht diese unglaubliche Show. Der letzte Termin des Jahres ist heute Abend, weitere folgen im März, Mai und Juni 2020.

LIB by Alexander Ekman

Wenn man sich eine Performance von Alexander Ekman ansieht, kann man sicher sein, dass einem ein Schmunzeln auf dem Gesicht steht. Ein gewisser Sinn für Humor gehört zu seinem Markenzeichen. Ein weiterer ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Vor allem arbeitete er mehrmals mit dem legendären Modedesigner Henrik Vibskov zusammen, der für ihn großartige Kostüme kreierte.

Für sein neues Stück mit dem Ensemble des Staatsballetts Berlin wählte er eine weitere Ikone aus der Modewelt: Hair Couture Meister Charlie Le Mindu. Er kreierte einige wahnsinnige Kostüme, die vollständig aus Haaren gefertigt sind. Und du kannst sehen, wie befreiend es für die Tänzer gewesen sein muss, in diesen zu performen: Es sieht nach viel Spaß aus. So erklärt sich auch der Titel LIB, der für Liberation (Befreiung) steht.

Übrigens, LIB gibt es auch als Teil des Triple Bill vom Staatsballett Berlin: The Second Detail / LIB / Half Life, das im Februar an der Deutschen Oper spielt.

 

  

 

  

 

Strong von Sharon Eyal

Nachdem wir ziemlich überwältigt waren, als wir ihr letztes Stück Half Life sahen, waren wir wirklich gespannt, etwas Neues von Sharon Eyal zu sehen. Ihr neues Stück Strong wurde speziell für und mit dem Staatsballett Berlin kreiert. Es folgt ihrem charakteristischen Stil einer fast hypnotischen Performance, die auf Wiederholungen und Formationen basiert, die in subtilen oder expressiven Ausbrüchen gipfeln. Die pulsierende elektronische Musik, die direkt von einer Techno-Party kommen könnte, wurde wieder einmal von Ori Lichtik komponiert. Kombiniert mit den durchsichtigen, dunklen und engen Outfits der Tänzerinnen und Tänzer ist die Berliner Nachtclubatmosphäre einfach perfekt.

Während viele Elemente der Performance eine gewisse Ähnlichkeit mit Half Life haben, gibt es bei diesem Stück dank des kühnen Make-ups, wilder Gesichtsgesten und starker körperlicher Verzerrungen einen bizarreren Ton. Die Darsteller befinden sich oft an der Grenze zwischen Kontrolle und Exzess. Höchstwahrscheinlich wirst auch du nicht in der Lage sein, auf deinem Sitz stillzusitzen!

 

 

 

 

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Frank
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on Dezember 19th, 2019
in Theater