Berlin wird oft als Hauptstadt der Individualisten angesehen, und wir sind jeden Tag dankbar für seine Inklusivität. Aber wie viele von uns Ausländern wissen, wird die Idee, sich in das Leben in Deutschland integrieren zu müssen, von einigen Institutionen immer noch sehr stark gepredigt, und ihre Prinzipien werden dementsprechend in speziellen Kursen gelehrt. Offensichtlich ist die westliche Denkweise, einzigartige Menschen zu perfekten (und langweiligen) Bürgern zu formen, von Natur aus fehlerhaft, und wir können es besser machen. Aber warum sollten wir nicht ein wenig lachen, während wir uns um den sozialen Wandel bemühen? Wir haben dem Integrationsprozess unseren eigenen Stempel aufgedrückt und präsentieren euch unseren iHeartBerlin Guide to German Integration, mit dem ihr endlich voll und ganz in das Leben in Berlin eintauchen könnt!
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von Michalina | Stories
Bei dem Versuch, wieder zu einem Gefühl der Normalität zurückzufinden, ist viel passiert. Menschen haben ihr Leben verloren. Kinder haben sich aus den familiären Verpflichtungen an weit entfernte Orte geflüchtet, um die Sicherheit ihrer Eltern zu gewährleisten. Pläne wurden verworfen, geändert und aufgeschoben. Jobs, Beziehungen und viele andere Möglichkeiten haben sich in Luft aufgelöst. Universitäten, Geschäfte und Restaurants haben ihre Dienste eingestellt. Schulen und andere Institutionen haben ihre Türen geschlossen und sich dem Digitalen zugewandt. Und wir lernen jetzt neue Wege, mit uns selbst und miteinander umzugehen, während wir bessere Alternativen für unser Leben finden. Im Sinne eines neuen Aufbruchs habe ich etwas getan, was ich schon lange nicht mehr getan habe. Ich zwang mich, mich zu erinnern. Ich reflektierte über meine Vergangenheit. Ich reiste durch bestimmte Ecken meines Geistes, die ich aus Gründen, die ich nicht laut aussprechen kann, ohne zu riskieren, mich in eine unangenehme Lage zu bringen, völlig abgeschnitten hatte.
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von Guest Author | Stories
Fotos: Roger Sabaté.
Schließe für eine Sekunde die Augen.
Stelle dir einen 28-Jährigen vor, die gerade nach Berlin gezogen ist. Sie lebte vor einiger Zeit hier, konnte aber keine richtige Arbeit finden und kehrte in ihr Herkunftsland zurück. Sie hat sich versprochen, dass sie eines Tages zurückkehren und die Stadt erobern wird.
Fünf Jahre später ist sie wieder hier, diesmal nicht als Putzfrau, sondern als Projektmanagerin. Sie fühlt sich gegen jede Arbeitsmarktkrise immun, sie hat einen starken Spielplan und etwas Geld, das sie ausgeben kann. Neue Schuhe? Aber sicher! Jedes Wochenende eine Techno-Party? Bam! Die ganze Woche auswärts essen? Kein Problem!
Jetzt eine Minute Pause. Oder vielleicht für immer pausieren. Kannst du das? Kannst du es für mich für immer pausieren, bitte? Denn was jetzt kommt, ist die berüchtigte “Contagion”-Nachstellung, die all meine Träume und Hoffnungen weggespült hat. Ja, dieser unvorsichtige Erwachsene war ich, der so sehr in meinen kapitalistischen Privilegien feststeckte, dass die Entlassung meine Welt völlig zermalmt hat.
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von Guest Author | Stories
photo: Patrick1977Bln / CC-BY-SA
Wir schreiben das Jahr 2000. Ich war bereits in meinen späten Teenagerjahren und frisch von der Schule, während der Rest der iHeartBerlin-Crew, wie ihr sie heute kennt, noch Fruchtzwerge gelöffelt hat. Es ist das Jahr, in dem ich in Berlin angekommen bin, und das war – da übertreibe ich nicht im geringstens – eine komplett andere Angelegenheit als heute. Stellt euch vor, ihr kommen hierher, ohne jemanden zu kennen, weil es keine sozialen Medien gab, um mit den Leuten in Kontakt zu treten, bevor man überhaupt ankommt. Und stellt euch vor, mit einer faltbaren Stadtkarte durch die Gegend zu laufen, weil es keine Google Maps gab. Stellt euch vor, dass der Eberswalder Straße U-Bahnhof im heutigen gediegenen Prenzlauer Berg das damalige Kottbusser Tor war (keine Ahnung, wie das echte Kottbusser Tor gewesen ist, denn man ist dort einfach NICHT hingegangen).
Es war die Zeit vor dem großen Berlin-Hype, die Zeit vor Kellnern, die nur Englisch sprechen, vor dem Berghain-Kult, vor all diesen großen Shopping Malls, vor dem Berliner Hauptbahnhof, vor dem Gemecker über hohe Mieten oder Gentrifizierung, vor den zwanglosen Gesprächen über Drogenkonsum, vor den Mobs von Touristen, vor den Gesetzen gegen das Hinterlassen von Hundekacke auf den Straßen, vor dem Bankrott von Air Berlin, bevor Tempelhof in einen riesigen Park verwandelt wurde, bevor es richtige Jobs in Berlin gab. Damals war es eine ganz andere Welt. Es war ein Berlin an der Grenze zwischen den rohen, unverdorbenen 90er Jahre nach dem Mauerfall, das so viele von uns älteren Neu-Berlinern idealisieren, und dem Berlin von heute.
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von Frank | Stories
Unabhängig davon, wie groß ihre Liebe zu Berlin ist, sind sich viele non-EU-Expats einig, dass das Visumverfahren sehr abschreckend sein kann. Trotzdem ist es eine Herausforderung, mit der sich viele Mitglieder unserer Community befassen müssen. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen und das Ergebnis ist dieser Artikel – eine kurze Übersicht über die populärsten Visas für Deutschland. Mehr dazu im englischen Teil.
von Michalina | Stories
In unserem heutigen Gastbeitrag geht es um ein Thema, was uns als Publikation, der der kulturelle Ausstausch in Berlin äußerst wichtig ist, sehr am Herzen liegt: Identität.
In einer Stadt, die eine ausgesprochen große Anzahl an Menschen beherbergt, die nicht-deutsche oder gemischte nationale Identät haben, kommt dieses Thema natürlich immer wieder auf, leider viel zu oft in einem negativen Kontext. Wie wichtig ist überhaupt nationale Identität oder nationale Zugehörigkeit und wie erlangt man sie? Bereits vor ein paar Jahren haben wir uns die Perspektive eines jungen Deutschen mit türkischen Eltern mit Hilfe dieses kleinen Kurzfilms angesehen, der darüber spricht, dass er sich durch seinen Hintergrund oft weder deutsch noch türkisch fühlt, obwohl er im Grunde beides ist.
In unserem Gastbeiträg von Henry Lyonga, der in Kamerun aufgewachsen ist, nun aber in Berlin als Community Manager bei Spacebase arbeitet und nebenbei einen Master in Englisch und Amerikanistik an der Humboldtuniversität macht, geht es um eine ganz andere, weitaus optimisterische Perspektive. Obwohl er aufgrund seiner Herkunft und Hautfarbe in Deutschland auf Ausgrenzung und Diskriminierung stößt, lässt er es sich nicht nehmen, sich lieber auf die positiven Aspekte seiner Wahlheimat zu fokussieren.
Seinen Beiträg gibt es im englischen Teil des Artikels.
von Guest Author | Leute, Stories
Aus deinem Heimatland weg zu ziehen, um im Ausland zu studieren, kann eine der schwierigsten Entscheidungen in deinem Leben sein. Bei der Wahl der richtigen Stadt geht es nicht darum, den Globus mit geschlossenen Augen zu drehen und einen Finger auf ein beliebiges Ziel zu legen. Leider ist die Wahl viel komplizierter. Selbst wenn du es am Anfang noch nicht erkennst, kann diese Entscheidung wirklich dein Leben verändern.
Um Bewerbungen an Universitäten in anderen Ländern zu senden, musst du deine Zukunft schrittweise planen und viele wichtige Fragen klären, z.B. welche Universität und welcher Studiengang das Richtige für dich oder für deine zukünftige Karriere sein könnten. Abgesehen davon sollte die Wahl nicht nur von der Universität abhängig sein, sondern auch in der Stadt, in der du gerne leben würdest!
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von Giulio | Leute, Stories
Drei Jahren ist es erst her, dass ich nach Berlin gekommen bin. Ich hatte gerade mein Abitur in der Tasche, war noch 19 und ziemlich schlecht für die Situationen, die mich in Berlin erwarten würden, gerüstet. Ohne Ausbildung ist es schwer genug, einen Job zu finden – bei mir kam natürlich auch die Sprachbarriere ins Spiel. Während dieser drei Jahre hat sich aber viel verändert – davon könnt ihr im englischen Teil mehr lesen.
von Michalina | Stories
Ich kann es fast gar nicht glauben, aber kommenden November werde ich schon drei Jahren in Berlin wohnen. Das Ganze fing schnell an, eine ernste Sache zu sein. Mit Uni-Prüfungen und Steuererklärungen und dem ganzen Ernst des Lebens. Ich bin immer noch ziemlich verblüfft darüber. Absurd!
Ich habe immer ein bestimmtes Bild von mir selbstangestrebt. Ein Bild das von Rock’n’Roll-Texten geprägt war. Als ich nach Berlin kam, beschloss ich, das der Welt zu zeigen. Dementsprechend habe ich ne ganze Menge bizarrer Geschichte erlebt. Aber während ich daran denke, habe ich eigentlich die besten Erinnerungen mit echten Freunden hier gemacht. Einige von ihnen sind aber nicht mehr in Berlin. Eine kleine Liebeserklärung an sie, findest du im englischen Teil des Artikels!
von Michalina | Stories
Foto: Mike Kotsch
Alle Beziehungen sind mit harter Arbeit verbunden. Auch deine Beziehung mit Berlin dreht sich nicht nur ums Tanzen und Glitter. Vielleicht bist du müde oder enttäuscht, sehnst dich nach den Zeiten, als Berlin noch eine völlig unentdeckte Insel war. Ich manchmal auch. Wie ich damit umgehe, liest ihr im englischen Teil.
von Michalina | Stories