Was macht eigentlich den Reiz von Berlin-Kreuzberg aus?

Was macht eigentlich den Reiz von Berlin-Kreuzberg aus?

Fotos: Roger Sabaté

Für mich war Kreuzberg schon immer ein Ort, der gemischte Gefühle auslöst. Versteht mich nicht falsch, ich verstehe, dass viele Menschen diesen Bezirk besonders lieben, und ich habe auch eine große Wertschätzung für ihn. Aber um zu beantworten, was genau den Reiz von Kreuzberg ausmacht, muss man das etwas näher ausführen.

Kreuzberg war lange Zeit alles andere als populär für den normalen Berliner. Tatsächlich war der Bezirk in der Zeit der Teilung Berlins nicht gerade begehrt. Das mag mit der Nähe zur Berliner Mauer zusammenhängen. Der kleine Bezirk hatte drei Seiten der Mauer in Richtung Mitte, Friedrichshain und Treptow. Wie uns die Geschichte lehrt, wurden die Gebiete in Richtung der Mauer als gefährlich angesehen – es gab Fälle, in denen Grenzpatrouillen versehentlich auf Menschen auf der westlichen Seite schossen, weil sie dachten, es seien Menschen aus dem Osten, die auf der Flucht waren. Ich bin mir nicht sicher, ob dies vielleicht eher ein urbaner Mythos ist, aber diese Geschichten sind mir immer wieder begegnet.

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Berlin, wie wir es kennen und lieben, macht dicht

Berlin, wie wir es kennen und lieben, macht dicht

Mit der bevorstehenden Schließung des beliebten Neuköllner Nachtclubs Griessmühle, dem ältesten Kino Berlins, dem Moviemento, das um sein Überleben kämpft, und dem ikonischen Clärchens Ballhaus, was bereits geschlossen hat, ist die aktuelle Stimmung in der Stadt schon ziemlich im Keller. Wird das Berlin, das wir kennen und lieben, jetzt allmählich geschlossen? Haben die kommerziellen Mächte, endlich gewonnen und das alternative, unbezähmbare, freiheitliche Berlin geschluckt? Ich mache euch keinen Vorwurf, wenn ihr so empfindet.

Als jemand, der Berlin seit 20 Jahren beobachtet, habe ich viele geschätzte Clubs und kulturelle Orte gehen sehen, einige werden heute sogar noch sehr vermisst. Die Teilung der Stadt, die ungewollten und verlassenen Orte, die Relikte der Industrialisierung, sie alle boten so viel Raum, dass die Untergrund- und Nachtclub-Szenen sich entwickeln und gedeihen konnten, besonders seit dem Fall der Mauer. Sie schuf einen immer durstigen und unbeirrbaren Geist, um Räume, Objekte und Ideen neu zu erfinden, neu zu nutzen und mit ihnen zu experimentieren. Sie schuf eine Stadt, die ihren Mangel an pompösen Sehenswürdigkeiten zu einer Tugend und ihren Lebensstil zu jener magnetischen Qualität machte, die in den letzten Jahrzehnten unzählige Menschen hierher brachte.

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Berlin, brich uns nicht das Herz – Ein SOS von der Griessmühle

Berlin, brich uns nicht das Herz – Ein SOS von der Griessmühle

In Neuköllns Griessmühle finden viele unserer Lieblingsveranstaltungen statt. Abgesehen von den berühmten Partys wie CockTail d’Amore ist es auch die Location für viele Vorführungen von Mobile Kino und anderen Veranstaltungen, die die Community fördern, wie. Aus diesem Grund sind wir alle besorgt über ihre jüngste SOS-Videobotschaft, in der sie Berlin auffordern, die Clubs so zu respektieren, wie sie sind. Aktuell ist noch nicht viel zu der dazugehörigen Kampagne “Save Our Spaces” bekannt, aber die Botschaft und der sehr wahrscheinliche Hintergrund einer möglichen Schließung liegen auf der Hand.

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Eine traurige Vision der Kreuzberger Gentrifizierung

Eine traurige Vision der Kreuzberger Gentrifizierung

Die Gentrifizierung in Berlin ist ein Thema, von dem wir alle bis zu einem gewissen Grad betroffen sind. Die neue Visualisierung des Künstlers Kollektivs oddviz, bestehend aus Serkan Kaptan, Cagri Taskin and Erdal Inci, beschäftigt sich mit dem Thema insbesondere im Umfeld von Kreuzberg. Die Idee ist scheinbar so einfach und dennoch sehr bewegend: Die bunten, von Graffiti übersähten Fassaden der Wohnhäuser aus den Kreuzberger Kiezen werden von einem unsichtbaren Wind einfach weggeweht. Beeindruckend!

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Erhebt Eure Stimmen und Rettet Eure Stadt

Erhebt Eure Stimmen und Rettet Eure Stadt

Unsere Stadt verändert sich. Solange wir unsere Stimmen im richtigen Moment erheben und für sie kämpfen, kann es sich noch zum Besseren wenden.

Immer noch nicht ganz nüchtern von exzessiven Neujahrsfeierlichkeiten, verlasse ich an diesem frostigen Donnerstagmorgen meine Wohnung in der Karl-Marx-Allee. Zwar fühle ich mich nicht besonders großartig, doch jedes Mal wenn ich durch die elegante Säulenreihe trete, die die Tore zu den monumentalen Stalinpalästen bewacht, in denen ich lebe, kriege ich dieses Gefühl von Erhabenheit.

Ich bin auf meiner – semi-durchdachten – Mission, dieses Gefühl zu behalten: Ich kaufe meine Wohnung! – Ich bin 25, ich habe gerade mein Studium beendet, und meine Ersparnisse reichten gerade so für ein neues MacBook…. Als ich um die Ecke zum Ostbahnhof biege, und nervös am Stapel signierter Dokumente in der meiner rechten Hand herumfummel, frage ich mich: Bin ich komplett verrückt geworden?

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Wie Ihr Euch Gegen Überhöhte Mieten Wehren Könnt

Wie Ihr Euch Gegen Überhöhte Mieten Wehren Könnt

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Wohnen in Berlin ist unverschämt teuer geworden und passt so gar nicht zu dem antikapitalistischen Flair, den viele seiner Bewohner ausstrahlen. Tatsächlich sind die Mieten in Berlin in den letzten 5 Jahren um fast das Doppelte gestiegen. Je öfter ich mit Freunden über die Lage spreche, desto mehr gewöhne ich mich jedoch erschreckender Weise an die Situation: Eine frisch zugezogene Bekannte berichtete mir neulich, sie zahlt in der Sonnenallee für 35m2 ganze 920€ – das sind über 25€ pro m2! Angeblich luxussaniert und mit schicker Einbauküche versehen. Das sei heute normal – illegal ist es trotzdem.

Genauso illegal sind oft auch schon Mieten jenseit von 10€ pro Quadratmeter. Denn damit die Mieten nicht weiter steigen, hat die Regierung schon vor über drei Jahren ein Gesetz erlassen, die Mietpreisbremse. Nur warum nutzt sie kaum einer? Warum steigen die Mieten immer weiter? Wir wollen euch zeigen, wie ihr mit der Mietpreisbremse eure Miete senken könnt. Dafür haben wir mit dem Online-Portal wenigermiete.de drei Möglichkeiten analysiert, wie ihr das Gesetz nutzen könnt: über das Start-up selbst, per Anwalt oder über einen Mietverein.

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Hört auf unsere Stadt zu verkaufen!

Hört auf unsere Stadt zu verkaufen!

Vor Kurzem wurden Dutzende der ikonischen Gebäude an der Berliner Karl-Marx-Allee, Zuhause für Tausende von Menschen, durch einen privaten Investoren gekauft. Das ist ein unheimliches Symbol für die derzeitigen Vorgäng im Wohnungsmarkt der Stadt. Aber geht’s hier nur um Geld, Geld, Geld, wir müssen uns ducken und irgendwie klar kommen, oder wer hat hier das letzte Wort?

Die “Deutsche Wohnen”Gebäude erward die Gebäude – der größten privaten Immobilienunternehmer in der Hauptstadtregion, oft Ziel von Kritik für seine rigide Mieterhöhungspolitik. 700 Wohnungen in Berlins berühmten Nachkriegs-Zuckerbäcker-Pälasten, entlang der ehemaligen Stalinallee der DDR, wechseln den Besitzer.

Shit. Ich wohne selbst dort. Und was jetzt?

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Berliner Straßengespräche: Wie erlebst du Berlin?

Berliner Straßengespräche: Wie erlebst du Berlin?

Berlin wurde im laufe der Jahre schon mit so manchen Beschuldigungen behaftet: Es sei abgewrackt und doch magisch, hat ein verdorbenes Gemüt, ist unverschämt unfreundlich, die Szenenhure an sich und lässt einen dabei nie wirklich teil haben, wo die “Szene” eigentlich ist. Sie sagen, Berlin gibt einem die Freiheit zu sein, wer man sein will. Eine offenherzige Stadt, die, hat sie dich einmal in ihrem Griff, dich nur schwer wieder aus ihrer liebevollen, übel riechenden Umarmung frei gibt. Also fragen wir uns – jetzt wirklich – wie erlebst du Berlin?

Ja, du!

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Ist Berlin zu touristisch geworden?

Ist Berlin zu touristisch geworden?

FotoChristian SchirrmacherCC

Seit dem Mauerfall hat der Tourismus in Berlin stetig zugenommen. Im Vergleich zum raketenhaften Anstieg des Tourismus in Metropolen wie London oder Paris, sind die Zahlen in der Hauptstadt zwar noch vergleichsweise bescheiden, doch der immer-nörgelnde Berliner sieht darin schon Grund genug zu stänkern. Die Stadt sei zu unruhig, zu laut, zu voll und natürlich viel zu teuer! Die abgeneigte Haltung der Berliner zu Touristen geht so weit, dass es sogar Anti-Touristen Bewegungen gibt, inklusive Demonstrationen gegen den Stadtfeind Nr.1: Dich, den Touristen. Aber jetzt mahl ehrlich, wie ernst meinen Berliner ihren Besucher-Hass wirklich?

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Die Gentrifizierungsprozesse in Berlin verstehen lernen mit Hilfe der Architektur

Die Gentrifizierungsprozesse in Berlin verstehen lernen mit Hilfe der Architektur

FotoDenis BocquetCC

Gentrifizierung ist ein Monster. Böswillig vertreibt es Omis und Künstler aus den einst kreativen und vielfältigen Wohngegenden unserer Stadt und macht daraus sterile Shoppingmall-Landstriche und snobbigge Schwabenloft-Kieze.

Im allgemeinen Volksglauben sind für das Monster eine handvoll mieser Schurken verantwortlich. Investoren, korrupte Politiker, Großverdiener, Unternehmer. Damit diese ihre fiesen Pläne umsetzen, gibt es die Handlanger der Schurken: Architekten und Stadtplaner.

Das echte Leben ist leider nicht so schwarz und weiß, wie es uns die urbanen Märchen verklickern möchten. Daher haben wir uns mit Itay Friedman getroffen. Als Architekt ist er täglich mit der Veränderung Berlins konfrontiert und hat uns durch ein längeres Gespräch einige neue Blickwinkel auf die Gentrifizierungsprozesse geschenkt. Das gesamte Interview findet ihr im englischen Teil des Artikels.

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