Abheben im Kino Sputnik
Unsere neue Gastautorin Anabel erzählt euch in regelmäßigen Abständen die Ergebnisse ihrer ungewöhnlichen Ausflüge im Stadtdickicht Berlins.
Es passiert doch relativ selten, dass ich mich plötzlich auf einem winzigen Dachbalkon anstelle eines Kinos, wie ursprünglich geplant, wiederfinde. Mit einem Limettenbier in der Hand und Ausblick auf ein Karussell.
Aber am vergangenen Sonntag wurde mir wiedermal bewusst, dass ich ja in Berlin lebe – und dass hier prinzipiell nichts überraschen sollte. Und deswegen: Wenn man das Kino Sputnik sucht, so findet man den versteckten Eingang dazu im Hinterhof eines Hinterhofes. Dass die Treppen dann fünf Stockwerke in die Höhe schießen und es keinen funktionstüchtigen Aufzug gibt, sollte eigentlich ebenfalls wenige Augenbrauen heben. Und dass sich beim Erreichen der obersten Etage im Nu eine leuchtend rote kleine Welt mit Bar und winzigen Balkonen eröffnet, gilt hier doch eigentlich als logisch — Berlin halt.
