Fotos: re-ent, Julian Zigerli.
Seit unserem ersten Artikel über Designer-Gesichtsmasken aus Berlin, der im April erschien und 7 verschiedene Designer vorstellte, die zu den ersten gehörten, die Masken herstellten, hat sich viel verändert. Der Senat hat Vorschriften erlassen, wonach das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften Pflicht ist. Aber auch viel mehr Designer haben sich entschieden, Masken mit ihrem eigenen Stil zu entwerfen, so dass wir jetzt einige gut aussehende Alternativen zu den selbstgemachten oder den hässlichen blauen Krankenhausmasken haben. Letztendlich müssen wir diese im Gesicht tragen, also sollten sie zumindest irgendwie gut aussehen, nicht wahr?
Da es so viele weitere Optionen auf dem Markt gibt, dachten wir, es sei an der Zeit, einen weiteren Guide für Designer-Gesichtsmasken für euch zu erstellen. Wir freuen uns, einige lokale Kleinunternehmen mit unserem Guide unterstützen zu können und unseren Lesern einige Tipps zu geben, wo sie das bekommen können, was sie brauchen. Wir haben beschlossen, keinen der Designer aus unserem ersten Guide zu wiederholen, da dieser noch neu und gültig ist. Seht dies also bitte als zweiten Teil, die Designer aus dem ersten Teil findet ihr hier.
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von Frank | Mode
Foto: Anna Agliardi
“Made in China” steht groß auf dem neuen Tanz-Theaterstück “The Ghosts” von Costanza Macras an der Schaubühne. Anstatt wie sonst auf ein starkes Ensemble zu setzen, stehen diesmal drei chinesische junge Akrobatinnen und deren Lebensgeschichte im Mittelpunkt dieses ungewöhnlichen Stückes. Constanza Macras unternimmt in The Ghosts eine künstlerische Annäherung an die Volksrepublik China über eine soziale Randgruppe: Zirkusartisten. Es scheint, als seien die Akrobat*innen, welche einst Ruhm und Ehre für ihr Land erlangten, in Vergessenheit geraten und von der chinesischen Gesellschaft ausrangiert worden, auch wenn viele von ihnen noch sehr jung sind.
Besonders gut gefallen hat mir an dieser Inszenierung die (vielleicht unbeabsichtigte) Manipulation des Publikums. Selten hab ich erlebt wie ein Theaterpublikum was sicherlich niemals gut heißen würde minderjährige, malträtierte Darsteller lebensgefährliche Kunststücke allein zu deren Vergnügen aufführen zu lassen, sich im Rahmen des “dokumentarischen” Theaters durchaus zu Szenenapplaus nach den Kunststückchen hinreißen ließ. Dies beweist, wie einfach es ist, Sachverhalte durch Dekontextualisierung mit anderen Wertmodellen zu beladen. Demnach werden vom Publikum die Zirkusakte der Kinder als wertvolle Kunst betrachtet, da sie auf einmal dazu dienen uns Berliner zum Nachdenken anzuregen über die Ungerechtigkeit auf dieser Welt (ach wirklich?). Ob es euch mit dem Stück ähnlich geht, könnt ihr heute noch selbst erleben. Mehr Impressionen nach dem Klick. Weiterlesen…
von Claudio | Theater
Photo: Anna Agliardi
Erinnerungskultur scheint des Wort des Jahres 2014 im Theaterbereich zu werden. Zum einen ist es das düstere Jubiläum für 100 Jahre industriellen Krieg, zum anderen auch 25 Jahre Mauerfall, welches als freudiges Ereignis erinnert wird. Die letzten hundert Jahre der europäischen Geschichte sind so widersprüchlich und vielfältig, dass sie viel Stoff für Theaterstücke und kreative Interventionen bieten.
Die argentinische Choreografin Constanza Macras, die wir schon länger verfolgen, hat Menschen in Dresden befragt, die sich an eine Stadt erinnern, wie sie heute nicht mehr existiert, und daraus mit Tänzern ihrer Kompanie DorkyPark ein Stück Tanztheater geschaffen. Die Aktionen im Stück “The Past”, welches diese Woche an der Schaubühne Premiere feiern durfte, beziehen sich dabei auf frühe Techniken der Gedächtniskunst, insbesondere auf Gedächtnislehren antiker Rhetorik.
Zu einer eigens dafür kreierten Musikkomposition von Oscar Bianchi entsteht eine dynamische Choreografie zwischen kollektivem und individuellem Gedächtnis, die das Begreifen architektonischer Orte als narrative Instrumente unserer Geschichte tänzerisch umkreist. Der zweite Teil des Projektes »The Past« wird im Frühjahr 2016 aufgeführt und untersucht die Entkoppelung von Erinnerungen und Orten im digitalen Zeitalter. Wir sind sehr gespannt dieses Stück sehen zu dürfen.
Vor der Premiere war die italienische Theaterfotografin Anna Agliardi für uns exklusiv bei der Generalprobe dabei und hat für uns farbenstarke und expressionistische Bilder von der Inszenierung festgehalten. Ihre Bilder und die Daten zum Stück nach dem Klick. Weiterlesen…
von Claudio | Theater
Photos: Arno Declair
Die Tanzfläche ist voll. Aber am Ende des Abends bewegt man sich doch allein auf und ab. Uns geht der Bezug zu den anderen verloren. Wir können sie noch anchatten, antweeten und anstupsen. Aber mehr Interaktion ist schon zu viel verlangt, wäre schon ein Overload, Overshare, Overlike. Alleine Tanzen ist an sich schön. Anonym tanzen dagegen nicht.
Nicht alleine und dafür umso anonymer sind auch die Gestalten im neuen Tanzstück der Schaubühne Never Forever. Bei der Suche nach echten Begegnungen tauchen sie ab ins Digitale. Sie leben mit einer virtuell unendlichen Anzahl von Möglichkeiten, sie arbeiten bis zur Erschöpfung – vor allem an sich selbst. Vereinzelt, narzisstisch, abgekämpft, trägt jeder von ihnen eine verdrängte Wut in sich, die jederzeit hervorbrechen könnte. Für sein neues Projekt sucht Falk Richter erneut den Grenzgang zwischen Schauspiel und Tanz und arbeitet zum ersten Mal mit Nir de Volff und seinen Tänzern der Kompanie TOTAL BRUTAL zusammen. Die schmerzhafte Poesie von Richters texten kombiniert sich zur Drastik der Choreographien von Nir de Volf. Ein dunkles Stück was nachdenklich macht. Anschauenwert und dank englischer Übertitel auch gut verständlich für alle. Die Termine, der Trailer und mehr Bilder nach dem Klick.
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von Claudio | Theater
Fotos: Thomas Aurin
Theaterstücke zu empfehlen, ohne diese gesehen zu haben, finde ich eigentlich sehr schwierig. Kein Problem habe ich allerdings Megalopolis von Costanza Macras zu empfehlen. Ich brauch mir weder Szenenbilder, noch Videos, noch Zusammenfassungen durchzulesen, um zu wissen, dass es ein Theaterabend wird, der mich wieder wünschen lässt, eine moderne Tanzausbildung zu besitzen und mich zwischen das tolle Dorky Park Ensemble zu mischen. Wer ähnliches empfinden will, kann sich am kommenden Wochende überzeugen. Weil ich wohl dafür zu alt bin, muss ich mich damit abfinden und vielleicht ein Buch schreiben. Oder wird man dafür irgendwann auch zu alt sein? Für die, die noch ein bisschen visuelle und inhaltliche Eindrücke brauchen, um sich zu entschließen mal wieder ins Theater zu gehen, kommen Bilder, Trailer und eine Zusammenfassung nach dem Klick.
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von Claudio | Theater
Foto: Matt Lambert
Die Kommunikation über digitale Wege mit Fremden ist uns nichts unheimliches heutzutage. Wir schreiben auf Arbeit mit Dienstleistern eMails, die wir vorher noch nie gesehen oder gesprochen haben, chatten auf Facebook mit neuen Gesichtern, weil man gemeinsame Bekannte hat und hat auch gar keine Vorbehalte gegenüber verschiedenen Apps, die Liebe seines Lebens oder oft nur den Sex für eine Nacht zu sich nach Hause zu holen. Das es am Ende doch auch hin und wieder nicht nur einsame Kieznachbarn sein können, sondern doch der eie oder andere Psychopath, mit dem man sich unbekannterweise verabredet, wurde durch den Fall von Luka Rocco Magnotta offensichtlich. Der Expornodarsteller aus Kanada, welcher angeblich aus Vergnügen einen Studenten tötete und teilweise verspeiste, wurde im Sommer 2012 in einem Internetcaffee in Neukölln gefasst. Damit das ganze für die Berliner Gay-Hippster noch skurriler und auch ein wenig gruseliger wurde, kam raus, dass Luka die Nacht davor bei der Party Cocktail D’Amore war (welche wir übrigens auch zuweilen hier empfehlen).
Ausgehend von diesem Vorfall wurde für das diesjährige F.I.N.D. Festival für neue Dramatik an der Schaubühne Berlin ein außergewöhnliches Stück erarbeitet. Der schwedische Regisseur Thomas Bo Nilsson und sein Team haben im Studio der Schaubühne eine Installation namens MEAT aufgebaut, die für 240 Stunden Tag und Nacht begehbar sein wird. Die Installation beherbergt 60 Performer, die in einer fragmentierten Lebens- und Konsumwelt spielen. Die Zuschauer können die Performance zu jeder Zeit betreten. Teile der Installation werden im Internet live übertragen. Tickets können für einen Slot von jeweils 4 Stunden erworbern werden, wo man die Installation frei betreten und auch wieder verlassen kann. Wir freuen uns sehr auf dieses Theater-Wagnis und hoffen euch bald ausführlicher davon berichten zu können. Nach dem Klick gibt es mehr Informationen und ein stimmungsvollen Trailer von Matt Lambert.
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von Claudio | Theater
Foto: Thomas Aurin
Ich liebe Märchen, Tanz und vor Allem hab ich ein kleines Faible für Costanza Macras. Diese zaubert uns dieses Jahr für die Schaubühne eine einzigartige Tanzperfomance in einem dunklen Wald außerhalb Berlin. Forest: The Nature of Crisis ist ein theatraler Parcours durch den Müggelwald, begleitet von Tanz, Performance, Texten und Musik. Die Performance geht der Frage nach, ob es angesichts des Krisenbewusstseins einen Weg zurück zur Natur gibt, welche Sehnsüchte damit verbunden sind und welche Bedeutung das Regionale in Zeiten einer globalen Krise gewinnt. Das klingt spannend und ich freu mich schon sehr drauf. Mehr Infos und Bilder nach dem Klick.
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von Claudio | Kunst, Theater
Die europäischen Krisen bringen den rebellischen Geist des alten Kontinents hervor. Browseroptimierter, twitteradaptierter Terrorismus kritisiert die scheiternden Staatsgewalten. Doch großes Drama macht gutes Drama. So zumindest für die Theater, die sich in Zeiten der Krise noch eine Bühne leisten können. Die Schaubühne Berlin gehört zu diesen Theatern, die neben trivialer Unterhaltung noch Budget für neue Dramatik haben. Das Festival Internationale Neue Dramatik F.I.N.D. 2013 erteilt Theatermachern aus Italien, Spanien, Griechenland, Ungarn, Island, Deutschland und Russland das Wort und zeigt ihre Arbeiten erstmalig in Berlin. Einen Überblick über das Programm findet ihr hier. Zwei Empfehlungen von unserer Seite nach dem Klick.
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von Claudio | Theater

Fotos: Thomas Aurin
Theaterstücke zu empfehlen, ohne diese gesehen zu haben, finde ich eigentlich sehr schwierig. Kein Problem habe ich allerdings Megalopolis von Costanza Macras zu empfehlen. Ich brauch mir weder Szenenbilder, noch Videos, noch Zusammenfassungen durchzulesen, um zu wissen, dass es ein Theaterabend wird, der mich wieder wünschen lässt, eine moderne Tanzausbildung zu besitzen und mich zwischen das tolle Dorky Park Ensemble zu mischen. Wer ähnliches empfinden will, kann sich am kommenden Wochende überzeugen. Weil ich wohl dafür zu alt bin, muss ich mich damit abfinden und vielleicht ein Buch schreiben. Oder wird man dafür irgendwann auch zu alt sein? Das ist eigentlich der einzige Gedanke, der mir bei der ganzen Helene-Wunderkind-Diskussion bleibt. Für die, die noch ein bisschen visuelle und inhaltliche Eindrücke brauchen, um sich zu entschließen mal wieder ins Theater zu gehen, kommen Bilder, Trailer und eine Zusammenfassung nach dem Klick.
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von Claudio | Events, Theater

Streetart: Miss Van, Fotos: Dr Case bei Flickr
Die Fee und der Troll, die Prinzessin und der Frosch, die Schöne und das Biest – all dies sind Gegensatzpaare aus bekannten Märchen. Was ich so toll an Gegensatzpaaren finde, ist, dass sie Sachen verdeutlichen und greifbarer machen. Wie sehr sich zum Beispiel die Sichtweise auf einen Menschen ändert, sobald man sich dessen genaues Gegenteil vor Augen führt, ist manchmal verblüffend. Als ich mir die Literaturveranstaltungen der nächsten Tage angeschaut habe, ist mir ein Gegensatzpaar in der deutschen Literaturszene aufgefallen, welches sich lohnt mal genauer zu betrachten. Wer das ist, erfahrt ihr nach dem Klick.
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von Claudio | Entertainment, Events