Berlin hat einen internationalen Ruf als Paradies für Künstler jeglicher Art. In den letzten 30 Jahren gab es in unserer geliebten Stadt unglaublich viele große Kunstinstallationen, die nicht nur in Ausstellungsräumen, sondern auch in öffentlichen Bereichen wie Plätzen oder Straßen errichtet wurden.

Wir sind verrückt nach Kunstwerken, besonders wenn sie emotional berührend, eindrucksvoll, kontemplativ sind und warum nicht, auch wenn sie unsere Augen ansprechen. Wir haben eine Liste der bemerkenswertesten und unvergesslichsten Kunstinstallationen zusammengestellt, die in den letzten Jahren in Berlin entstanden sind. Welches ist dein Favorit?

Die „East Side Gallery“

Die East Side Gallery kann wahrscheinlich nicht als Kunstinstallation betrachtet werden, muss aber trotzdem in dieser Liste erwähnt werden, da sie die größte Freiluftgalerie der Welt ist. Im November 1991 wurden die auf den 1316 Metern der Berliner Mauer gemalten Graffiti und Wandmalereien zum Nationaldenkmal erklärt. Sie erinnern an die Zusammenkunft von mehr als 100 Künstlern aus Ost- und Westberlin.

photo: iHeartBerlin

 

Der „Wrapped Reichstag“ von Christo und Jeanne-Claude

Eine der denkwürdigsten Kunstinstallationen in der Geschichte Berlins ist auf jeden Fall Christo und Jeanne-Claudes „Wrapped Reichstag“ (1995). Der Reichstag wurde zwei Wochen lang vollständig von einem Arbeitsteam aus professionellen Bergsteigern und Installateuren umwickelt. Die Eleganz des silbrigen Gewebes bedeckte das ganze majestätische Gebäude, das fast in den grauen Berliner Himmel fliegt.

Den Künstlern gelang es auf perfekte Weise, die Formen und Proportionen der immensen Struktur hervorzuheben und uns ihre neue bemerkenswerte ästhetische Kraft zu zeigen.

Es ist wirklich schade, dass dieses Kunstwerk nur vorübergehend war. Wenn du jedoch einen tieferen Einblick in diesen Prozess möchtest, lies mal das von Taschen herausgegebene Artbook.

© Christo, photo: Wolfgang Volz

 

„Dorotheenstraße 105 – Die Bindung“ von Jannis Markopoulos

Inspiriert von dem weltweit bekannten Buch „Gullivers Reisen“, der von den Zwergen aus Lilliput mit Hunderten von Seilen am Boden befestigt worden war, entschied sich der griechische Künstler Jannis Markopoulos 1996 ein altes Haus in der Dorotheenstraße mit Tausenden Metern Seil zu verbinden. Das Ergebnis war ziemlich eindrucksvoll und bildete einen imposanten Tunnel, durch den die Baustelle und der Verkehr noch passieren konnten.

photos: Michael Lange

 

“Kranballett“ von Daniel Barenboim am Potsdamer Platz

Hast du jemals gedacht, dass Kräne tanzen könnten? 1996 gelang es dem Oberhaupt der Staatsoper Unter den Linden, Daniel Barenboim, am Potsdamer Platz ein richtiges Kranballett zu dirigieren, bei dem Baukräne zu Beethovens „Ode an die Freude“ „tanzten“. Wo hätte das passieren können, wenn nicht in Berlin?

 

 

“Liebesbriefe“ von Ha Schult in der Oranienburgerstraße

Im Jahr 2001 verspürte der Künstler Ha Schult das Bedürfnis nach Romantik in Berlin. Um alle Herzen zum Schmelzen zu bringen, beschloss er, ein ehemaliges Berliner Postamt mit Tausenden und Abertausenden übergroßen Liebesbriefen zu verpacken, die nach einem offenen Aufruf von der Öffentlichkeit eingesendet wurden. In der Ära der WhatsApp-Nachrichten brauchen wir definitiv mehr Installationen mit romantischer Kunst der alten Schule.

photo: SpreeTom / CC

 

„Zweifel“ von Lars Ramberg im Palast der Republik

Auf dem Dach des Palastes der Republik erschien 2005 eine aus sieben massiven Leuchtbuchstaben bestehende Kunstinstallation, die das Wort „Zweifel“ formulierte. Das Kunstwerk äußerte alle Zweifel und Fragen, die viele Berliner über die Zukunft des Palastes der Republik, das Symbol der DDR-Regierung, und des wiedervereinigten Berlins selbst hatten.

photo: Jula2812 / CC

 

“Life Vests“ von Ai Weiwei im Konzerthaus

Der weltbekannte chinesische Künstler Ai Weiwei hat uns 2016 auf die leidende Situation aufmerksam gemacht, die Geflüchtete auf ihrer Flucht aus ihren Heimatländern erleben müssen. Zum Gedenken an die verlorenen Geflüchteten bedeckte er die Säulen des Konzerthauses mit Tausenden von orangefarbenen Schwimmwesten, die am Strand der Insel Lesbos angespült wurden. So bitter und realistisch, dass es weh tut.

photomompl / CC

 

„Monument“ von Manaf Halbouni am Brandenburger Tor

Die Installation „Monument“ des Künstlers Manaf Halbouni hat einen bleibenden Eindruck bei den Berliner hinterlassen. Im November 2017 wurden drei stillgelegte Busse wie riesige Stelen direkt am Brandenburger Tor aufgestellt. Das Konzept dahinter ist nicht schnell zu verstehen, aber es ist doch wirklich tief: Der Künstler bezog sich auf ein Bild, das 2015 im Krieg in Aleppo aufgenommen wurde, wo Busse als Schutzschild gegen Schüsse eingesetzt wurden. „Monument“ ist in der Tat eine richtige Forderung nach Bewusstsein für die schreckliche Situation in Syrien, die bis heute andauert.

photo: iHeartBerlin

 

„Lost Words“ von Chiharu Shiota in der St. Nicholaus Church

Im November 2017 verwandelte die Künstlerin Chiharu Shiota das Kirchenmuseum St. Nicholas in ein richtiges Spinnennetz mit Gedanken, um über die Kraft der geschriebenen Worte zu reflektieren. Die unzähligen Seiten, die in der auffälligen schwarzen Garnkonstruktion gefangen sind, sind die Zehn Gebote, die in mehreren Sprachen übersetzt wurden.

photo: Leo Seidel

 

1Heit von JR im Brandenburger Tor

Um den Wiedervereinigungstag am 3. Oktober 2018 zu feiern, stellte der französische Streetartist JR eine repräsentative Szene zum Gedenken an den Fall der Berliner Mauer nach. Bei der Installation handelt es sich um ein mehr als 25 Meter hohes Collagenbild vom Wiedervereinigungstag an der Westseite des Brandenburger Tors. Es stellt Menschen dar, die zusammen auf der Mauer stehen, an ihre Freiheit erinnern und uns lebendige Erinnerungen an die Geschichte Deutschlands vermitteln.

photo: iHeartBerlin

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Giulio
by
on Januar 8th, 2019
in Kunst