Habt ihr auch diese eine Routine am morgen, die euch sofort den Tag versüßt? Ob es ein und dieselbe Teetasse ist, aus der ihr morgens euren Tee schlürft oder diesen einen Podcast hört, der euch so richtig gute Laune macht. Ich für meinen Teil brauche morgens meinen starken Kaffee und wenn nicht zu Hause, dann am besten in einem schönen Café. Es sollte warmherzig, gemütlich, einzigartig, aber nicht allzu sehr nach Hipster schreien – und.. großartigen Cappuccino servieren!

Neulich war ich auf der Hermanstraße unterwegs, als ich ein wunderschönes Backsteingebäude und ein Schild mit der Aufschrift „21 Gramm“ entdeckte. Es zeigte auf einen gemütlichen Innenhof mit einer verhangenen Tür, der von der belebten Straße wegführte. Ich wusste in dem Augenblick nicht, dass mich in wenigen Metern das ungewöhnlichste Café auf der Herrmannstraße erwarten würde. Neugierig schob ich die Vorhänge zur Seite und entdeckte eine aussergewöhnliche kleine Halle mit hohen Decken und eleganten Säulen, die durch anmutige Bögen verbunden waren. Dieser ungewöhnliche Raum hat soviel Atmosphäre, wie man es von einem regulären Café kaum gewohnt ist. Ich wusste sofort: Hier würde ich meinen meinen Kaffee trinken!

Die alten Säulen, die den Raum aufteilen, werden von wunderschönen bunten Kirchenfenstern im Art-Deco-Stil gekrönt. Ich hatte Glück einen der Besitzer des Cafés anzutreffen, Tillmann. Er erzählte mir von der Geschichte und dem Werdegang des Ortes. Der Raum war früher eine Kapelle, in der Trauerfeiern stattfanden – das erklärt die außergewöhnliche Architekturbesondere Atmosphäre des Raumes. Eine weitere Besonderheit: Bei den Renovierungsarbeiten kam unter dem Putz, hoch oben an den Wändern, altdeutsche Schriftsätze zum Vorschein. Die Mischung aus authentischem Kapellengefühl und Wohnzimmeratmosphäre, mit modernen Möbeln und zeitgemäßer Deko, macht den besonderen Mix aus. Doch die Liebe steckt im Detail: Als Kontrast zum Gefühl in heiligen Hallen zu speisen läuft laut cooler Hip-Hop. So Berlin!

Was wird leckeres dort serviert? Eine ausgewählte Palette an Frühstücksspezialitäten, rund um die Uhr. Frühstücksliebhaber wie ich können also den ganzen Tag zwischen Lachs, porchierten Eiern und Avocado auf Sauerteigbrot und Pfannkuchenspezialitäten mit warme Früchten wählen. Kaffeeliebhaber finden dazu alles was ihr Herz begehrt.

21 Gramm existiert erst seit letztem Sommer, doch das Konzept von Tillmann, Cafés in Kappellengebäude zu integrieren, hat großen Anklang gefunden. Nachdem ich meinen Kaffee genossen und halb auf dem Weg nach draußen war, fragte ich Tillmann noch neugierig: Warum heißt es eigentlich 21 Gramm? Er hielt schmunzelnd einen Augenblick inne, und erklärte mir dann: „Nach einer alten Studie wurden Menschen nach ihrem Tod im Durchschnitt 21g leichter. Es wurde vermutet, dass 21 Gramm das Gewicht der Seele ist, die nach dem Tod unseren Körper verlässt. Was für ein bewegender Name für diesen besonderen Ort! Jetzt hatte er mich verzaubert und ich hoffe, euch bald auch.

21 Gramm, Hermannstraße 179, 12049 Berlin-Neukölln

Öffnungszeiten: Die – Do 10 -18, Fr – Sa 10 – 22, So 10 – 18

 

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Franziska
by
on Januar 22nd, 2019
updated on Januar 25th, 2019
in Cafés, Neukölln