Ist dir dein geliebtes Großstadtleben manchmal ein wenig zu stressig? Wir sprachen mit der wunderbaren Rebecca Randak, erfahrene Yogi und Achtsamkeitsbloggerin auf ihrem Blog Fuck Lucky Go Happy, darüber wie man den Großstadtstress reduzieren und zu mehr Balance finden kann. Erfahrt mehr über ihre Achtsam-In-Berlin Tipps, ihre liebsten Yoga-Studios und lernt eine Meditationstechnik, die jeder super einfach nachmachen kann.

Foto: Jule Müller

Liebe Rebecca, du lebst und arbeitest schon seit Jahren in Berlin! Wie hat dich die Stadt bisher beeinflusst?

Wahrscheinlich in allem, was ich mache. Meine erste Yogastunde hatte ich während meines Praktikums bei einem Plattenlabel in einem Kreuzberger Hinterhof-Loft. Das war 2006 und hat mein Leben rasant verändert: In diesem Jahr habe ich nämlich nicht nur meine Liebe zum Yoga entdeckt, sondern auch die zu meinem Freund. In einem Techno-Club.

Heute wohne ich mit dem Mann zusammen, unterrichte selbst Yoga und kümmere mich um meinen Blog für Yoga & Spiritualität Fuck Lucky Go Happy, der inzwischen ein kleines Medienunternehmen geworden ist. Meine Leidenschaft für durchtanzte Nächte ist übrigens auch geblieben.

 

Berlin ist laut, schnelllebig und aufregend. Wie schaffst du es bei all dem Trubel fokussiert und achtsam zu bleiben?

Ich weiß gar nicht, ob die Stadt wirklich unser größtes Problem ist. Wenn es ruhig draußen ist, merkt man oft erst, wie laut es in einem eigentlich ist. Das innere Chaos ist es meistens, das uns kirre macht. In der Stadt lässt sich das möglicherweise sogar besser ausblenden, die Ablenkung ist größer.

Trotzdem: Ich habe eine sehr regelmäßige Yoga- und Meditationspraxis, die mir hilft, das Gedankenchaos zu sortieren. Zwischendurch muss ich immer mal wieder raus in die Natur – im Winter klischeemäßig nach Indien und im Sommer am liebsten nach Süditalien. Oder ganz einfach in Berlin an den See. Aufs Wasser gucken und den Blick ausruhen, ist enorm wichtig für mich.  

 

Gibt es Orte in Berlin die besonders sind? Die dich mit ihrer Energie faszinieren?

Allen voran das Berghain. Ich kenne keinen anderen Ort, an dem so viel Unkonventionelles total okay ist. Vor Kurzem war ich das erste Mal bei dem Russendenkmal im Treptower Park – ein abgefahrener Ort, von dem ich noch nicht so richtig weiß, was ich halten soll. Sonst mag ich das Tempelhofer Feld und natürlich mein kuscheliges Bett.

 

Foto: Jule Müller

 

Wie oft praktizierst du Yoga und wie oft meditierst du? Was ist für deine Praxis wichtig?

Zur Zeit gehe ich viel zur dynamischen Meditation im Osho Studio und übe etwa vier Mal pro Woche intensiv Asana – zu Hause oder im Studio. Ich habe über Jahre vieles ausprobiert und bin der Meinung, dass man viel weniger für eine solide Praxis, die uns wieder in besseren Kontakt mit uns selbst bringt, braucht als man denkt. Ich bin mit einer guten Yogamatte zufrieden.

Vor allem sollte man üben, was einem Spaß macht und ein Gefühl der Zufriedenheit mit sich selbst und der Welt bringt.

 

Viele die nicht meditieren, trauen sich auch nicht sich dem Thema zu nähern, dabei muss man nicht spirituell sein um von Meditation profitieren zu können. Könntest du eine kurze Übung für unsere Leser aufschreiben?

Meine Lehrer sagen immer, dass wir alle spirituelle Wesen sind. Das Wort spirituell kommt vom lateinischen spiritus und das heißt Hauch, Atem. Das heißt, sobald wir atmen, sind wir spirituell. Ich mag diese unverkrampfte Herangehensweise.

Bevor man jetzt versucht, still auf einem Kissen zu sitzen und an nichts zu denken, kann man sich einfach auf den Atem konzentrieren – den hat man überall dabei: Erst beobachten, wie er fließt und dann langsam den Atem vertiefen. Einfacher wird das, wenn man leise im Kopf vier Takte mitzählt. Also: Einatmen 1-2-3-4, ausatmen 1-2-3-4 und so weiter. Sorgt meistens für ein bisschen mehr Ruhe im Kopf.

Wer mehr will: Ich arbeite gerade an einem Onlinekurs “Woke up like this – wie du deine eigenen Morgenpraxis” findest. Da wird es viele ganz einfach Übungen geben, mit denen man das Monkey Mind beruhigen kann.  

 

Foto: Grit Siwonia

Hast du Yogastudios die du hier in Berlin empfehlen kannst? Oder Lehrer bei denen wir unbedingt mal eine Klasse besuchen sollten?

Peace Yoga Berlin natürlich, da unterrichte ich selbst und tolle Lehrer und Lehrerinnen. Allen voran mein Mentor Moritz Ulrich. Ich selbst gehe gerne in Yogastunden bei Martyna Eder und Anja Kühnel bei Jivamukti Berlin. Ansonsten: Stefanie Roth, eine großartige Lehrerin in der Iyengar Yoga Tradition, Patricia Thielemann, Victor Thiele und Sandra Winkens. Aber in Berlin sind so viele tolle Lehrer und Lehrerinnen, das man immer die Qual der Wahl hat.

 

Dein neuer Podcast Heiliger Bimbam nimmt sich Spiritualität ganz unprätentiös zur Brust und ergründet unter anderem, was uns wirklich glücklich macht. Wenn du ein Rezept zum Glücklich sein mit 5 Zutaten beschreiben müsstest, welche wären das?

Die grüne Pille zum Instant-Glück gibt es nicht. Die Antwort kann sich nur jeder selber geben. Um diese zu finden ist es gut, ab und zu innezuhalten und zu überprüfen, ob der gelebte Alltag zu den eigenen Wünschen und Träumen passt.

Mich machen gutes, gesundes Essen, spannende Projekte und kleine Auszeiten glücklich. Außerdem finde ich, sollte das eigene Glück nicht auf Kosten Anderer gehen.

 

Foto: Lydia Hersberger

Was werden die nächsten Themen sein, mit denen du dich in deinem Podcast auseinandersetzt und wo kann man ihn hören?

In Heiliger Bimbam geht es ja um den Sinn und Unsinn des Lebens. Demnächst gibt es zu den Gesprächen zwischen Elli und mir noch Interviews und Hörerfolgen. Aktuell auf dem Plan stehen Morgenroutine, Stress und warum uns das Internet bisweilen so stresst.

Alle Folgen kann man auf heiligerbimbampodcast.de und natürlich bei iTunes anhören. Themen-Wünsche und Fragen nehme ich gerne in Empfang – die greifen wir dann auf. Per Mail oder einfach bei Instagram @rebeccarandak. Ich freu mich drauf!

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