Seht her, seht her, Lesben sind überall!

Seht her, seht her, Lesben sind überall!

Erst letzte Woche, am 22. Juli, haben wir den Dyke* March in Berlin gefeiert.

Ja, die Parade ist das ultimative Paradies für Lesben, aber es ist auch eine Demonstration, um der Welt zu zeigen, dass wir existieren und dass wir hier sind und stolz feiern, wer wir sind und die Gemeinschaft, die wir seit Jahrzehnten aus dem Schatten heraus aufgebaut haben. “Seht her, seht her, Lesben sind überall!”

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Eine Liebeserklärung an die Kunst

Eine Liebeserklärung an die Kunst

Labyrinth of Lies, Artwork: Sven Sauer.

Ein Kleingeist bleibt ewig gefangen in seiner subjektiven Wahrnehmung. In einer Welt, die er meint als Wirklichkeit bezeichnen zu können. Er greift zurück auf seine persönliche Erfahrung und Meinung. Die eigene Meinung bedeutet paradoxerweise oft das eifrige Nachplappern vermeintlich guter Meinungen von vermeintlich guten Menschen. Die wenigsten vertreten tatsächlich ihren eigenen Standpunkt. Geschweige denn, diesen ab und an kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls einen Denkfehler einzugestehen.

„Der denkende Mensch ändert seine Meinung“ sagte Friedrich Nietzsche.

Tatsächlich ist das aber ein höchst seltenes Phänomen. Lieber wird das eigene Gedankengut durch ähnlich Denkende fortwährend bestätigt und bestärkt.

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Eine Liebeserklärung an die Mode

Eine Liebeserklärung an die Mode

von Catalogue of Disguise im Trauma. 

Kleidung, die zweite Haut des Menschen. Mit ihr können wir unseren Mitmenschen ganz ohne Worte mitteilen, wie wir uns selbst sehen, welche Werte wir vertreten, wir können mit ihr sogar Details darüber preisgeben, welche Musik wir gerne hören, welchen Beruf wir ausüben, welcher Gemeinschaft wir uns zugehörig fühlen und ob uns der Zeitgeist von heute oder der einer anderen Epoche begleitet.

Mode steht für Liberalismus, Individualismus und eine offene Kultur. Sie ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und ein Symbol für Freiheit.

Manch einer tut Mode als oberflächlich ab und es lässt vermuten, dass sich Menschen mit dieser Einstellung noch nie ernsthafte Gedanken über die Geschichte und Symbolik von Garderobe gemacht haben.

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Eine Besondere Begegnung Berlin: Verrückt sind die Normalen

Eine Besondere Begegnung Berlin: Verrückt sind die Normalen

Fotos: Andrea Hansen. 

An einem Laternenpfahl in Friedrichshain, nicht weit von meiner Wohnung hing er: ein kleiner, halb zerfetzter Zettel. Berlin – die Stadt, deren Bewohner über Zettel kommunizieren.

Wohnungssuchende, Liebeserklärungen, Weltschmerz, verlorene Teddybären, die Ankündigung einer Party, manchmal auch die Ankündigung einer natürlichen Hausgeburt und bei beidem die Bitte, wegen des daraus resultierenden Lärms nicht die Polizei zu rufe. Es gibt wohl nichts, dass sich die Berliner nicht mittels dieser Zettelwirtschaft sagen könnten.

An besagten Tag, auf besagten Zettel wurden helfende Hände für ein Filmprojekt gesucht.

Ich fühlte mich krank und leicht verkatert und beschloss, spontan eine Mail zu schreiben, um das unangenehme Körpergefühl durch angenehme Ablenkung zu ersetzen. Drei Tage später stand ich in einem heruntergekommenen Hinterhof eines ehemaligen DDR-Büros, nahe der Frankfurter Allee und lernte Mariana Ivana, die Regisseurin, kennen.

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Assimilation: Mit Absicht Vergessen, Wer Man Einmal War

Assimilation: Mit Absicht Vergessen, Wer Man Einmal War

Bei dem Versuch, wieder zu einem Gefühl der Normalität zurückzufinden, ist viel passiert. Menschen haben ihr Leben verloren. Kinder haben sich aus den familiären Verpflichtungen an weit entfernte Orte geflüchtet, um die Sicherheit ihrer Eltern zu gewährleisten. Pläne wurden verworfen, geändert und aufgeschoben. Jobs, Beziehungen und viele andere Möglichkeiten haben sich in Luft aufgelöst. Universitäten, Geschäfte und Restaurants haben ihre Dienste eingestellt. Schulen und andere Institutionen haben ihre Türen geschlossen und sich dem Digitalen zugewandt. Und wir lernen jetzt neue Wege, mit uns selbst und miteinander umzugehen, während wir bessere Alternativen für unser Leben finden. Im Sinne eines neuen Aufbruchs habe ich etwas getan, was ich schon lange nicht mehr getan habe. Ich zwang mich, mich zu erinnern. Ich reflektierte über meine Vergangenheit. Ich reiste durch bestimmte Ecken meines Geistes, die ich aus Gründen, die ich nicht laut aussprechen kann, ohne zu riskieren, mich in eine unangenehme Lage zu bringen, völlig abgeschnitten hatte.

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Das Schicksal von Berlin’s eigenen mysteriösen Monolithen

Das Schicksal von Berlin’s eigenen mysteriösen Monolithen

Als ob dieses Jahr nicht schon wie ein Kubrick-Film wäre, tauchten überall auf der Welt mysteriöse Monolithen wie in 2001: Space Odyssey auf. Und ich wette, ihr wusstet nicht, dass Berlin seinen eigenen hatte.

Der erste Monolith, der dieses Jahr in Utahs Red Rock Country von Biologen gefunden wurde, die Dickhornschafe von einem Hubschrauber aus beobachteten, wurde irgendwann im Jahr 2016 dort platziert.

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Die Queere Tattoo Szene in Berlin

Die Queere Tattoo Szene in Berlin

Berlin ist bekannt als die LGBTQIA+-Hauptstadt der Welt, deren Ruf 100 Jahre zurückreicht. Die Stadt empfängt alle Arten von Menschen und ist damit der perfekte Ort für ansonsten marginalisierte Gruppen, um sich nicht nur zu Hause zu fühlen, sondern auch gewertschätzt – und vielleicht auch einfach nur ganz normal. 

Auf den tagelangen Partys können sich Menschen aus allen Gesellschaftsschichten frei und ungezwungen ausdrücken. Jeder kann so existieren, Raum einnehmen und sich bewegen, wie es ihm gefällt.

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Das Visionär Film Festival bringt visionäre Filmdebuts aus aller Welt nach Berlin

Das Visionär Film Festival bringt visionäre Filmdebuts aus aller Welt nach Berlin

Liebe Filmfreunde,
Habt ihr den ganzen Sommer damit verbracht, Parasite in allen Sprachen und mit einer Überdosis an Little Women in jedem Freiluftkino der Stadt erneut zu schauen? ( Randbemerkung: ja, wir vermissen auch die Greta Gerwig aus Lady Bird) Lasst uns gar nicht erst über eure unglückliche Beziehung zu eurer brandneuen Video-on-Demand-Plattform (#sosadsohorny) sprechen. Wir wissen, dass euch der plüschige Samt des Kinositzes fehlt und ihr euch nach der romantischen Dunkelheit des Theaters und der darin eingewickelten mystischen Energie sehnt. Ihr seid wie wir: Sehnsucht nach einem neuartigen Filmereignis wie dem Pornofilmfestival, der Berlin Feminist Film Week, dem Xposed International Queer Film Festival, der Woche der Kritik und natürlich dem Goldstandard, der Berlinale.

Filmfreaks, wir haben etwas, das nur für euch ist: die vierte Ausgabe des Visionär-Filmfestivals. Ursprünglich für April geplant ( geh nach Hause, Miss Corona), wird das Festival ( vor Ort!) vom 21. bis 28. September stattfinden. Das VFF präsentiert neue Talente und bietet eine Auswahl von Filmemachern aus der ganzen Welt, die sich in ihren abendfüllenden Debütfilmen als wagemutig, originell und visionär erweisen. Da der Tag nur wenige Stunden hat, gibt es hier einen Überblick über die Filme, die man gesehen haben muss:

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Chasing Paper Birds: Ein Reise ins Vergangene Jahrzehnt in Friedrichshain

Chasing Paper Birds: Ein Reise ins Vergangene Jahrzehnt in Friedrichshain

Die Weltpremiere des Films Chasing Paper Birds wird am 17. September bei vielen ein Gefühl der Nostalgie auslösen. CPB ist ein Film, der durch und durch die Seele der 2010er Jahre in Berlin widerspiegelt. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem pulsierenden Friedrichshain und dessen Bewohnern.

Mariana Jukica, eine ehemalige Regisseurin von Musik- und Werbefilmen, hat es geschafft, das Lebensgefühl von damals bis ins kleinste Detail einzufangen. Sie weckt Erinnerungen an den gelebten Wahnsinn der Zeit vor dem banalen Berlin-Ballermann Tourismus.

Erzählt wird der Film aus drei Perspektiven. Mia, Keks und Ian, alle Ende zwanzig, Anfang dreißig befinden sich auf der Flucht vor der Realität und auf der Suche nach dem eigenen Glück.

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Dating in Berlin: Die Benefits von Offenen Beziehungen

Dating in Berlin: Die Benefits von Offenen Beziehungen

Fotos: Eylül Aslan. 

Die Berliner Dating-Szene wird von drei wichtigen Faktoren geprägt. Erstens ist Berlin, vor allem dank seiner verruchten Partys, eine Stadt, die gemeinhin von einem Geist der sexuellen Befreiung geprägt ist. Zweitens ist Berlin zwar eine beliebte Wahl für internationale Expatriates, aber einige sehen es als Endziel und andere als vorübergehenden Zwischenstopp. Und schließlich wird der Begriff “sich selbst finden” in Berlin ebenso oft als Synonym für eine vertiefte “Identitätssuche” und als Entschuldigung für unzuverlässige Verhaltensweisen verwendet.

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